Interview mit Beate Otto, Dozentin für Event- und Tourismusmanagement

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Otto-sw in Interview mit Beate Otto, Dozentin für Event- und TourismusmanagementHallo Frau Otto, wo wurden sie geboren? In Bad Wimpfen.
Wie würden Ihre Freunde Sie beschreiben? Immer für eine Überraschung gut. Keine Angst vor Neuem / Unbekanntem. Gibt nicht gleich auf – weiß was sie will.
Hobbies? Musik und Gesang (Jazz/Projektchor). Fotografieren, weniger technisch ausgefeilt, dafür Schnappschüsse von ausgefallenen Situationen – bevorzugt Kindermotive in exotischen Ländern. Radtouren. 
Lebensmotto? Das Leben aktiv gestalten und genießen. Nicht darauf zu warten, dass andere etwas für einen tun können, was man selbst in die Hand nehmen kann. 
Lieblingsfilm? „Wie im Himmel“
Lieblingsmusik? Jazz / Ethno / Funk (Al Jarreau, Bobby McFerrin, Steely Dan, Nils Landgren) 
Was haben Sie seit Ihrem Schulabgang gemacht? Puh…viel!!! Nach meinem Abitur, einem Jahr Au – Pair Aufenthalt in Monaco, Praktikas beim Verkehrsverein Heidelberg, in einem Schlosshotel bei Chambéry (F) und bei einem Jamaica – Reiseveranstalter in Los Angeles, erlernte ich beim Deutschen Reisebüro in Karlsruhe den Beruf der Reiseverkehrskauffrau. Danach studierte ich in Heilbronn an der Fachhochschule BWL mit Fachrichtung Touristik und ergriff während des Studiums nochmals die Gelegenheit praktische Erfahrungen im Ausland zu sammeln. Direkt nach dem Studium begann ich für den Deutschen Reisebüro Verband zu arbeiten und lernte dort die Reize der Veranstaltungsorganisation kennen. Weitere Erfahrungen sammelte ich im Anschluss beim Government of Dubai. Hier ging es darum auf Messen, Produktschulungen und Journalistenreisen, Dubai als Reisedestination, zu bewerben. Danach war ich für den Geschäftsreiseprofi Carlson Wagonlit Travel 10 1/2 Jahre tätig und baute das Standbein „Meetings & Events“ auf.
Wie sind Sie an die HIB gekommen? Die Stelle war gerade ausgeschrieben, als ich mich zufällig und unverbindlich erkundigte, ob eine Tätigkeit als Gastdozentin denkbar wäre – erst einmal ein paar Stunden pro Woche (Block), neben der Tätigkeit als Eventmanagerin. Dies war jedoch zeitlich in dieser Form nicht darstellbar, daher entschied ich mich, mich komplett zu verändern. Die HIB selbst war mir schon vom Namen her bekannt. 
Sie unterrichten seit letztem Jahr an der HIB. Was gefällt Ihnen hier besonders gut? Das sehr praxisorientierte und persönliche Ausbildungssystem in kleinen Gruppen. Ein ausgesprochen offenes und freundliches Miteinander.
Was möchten Sie den Studenten für Ihren zukünftigen Weg mitgeben? Es ist mir ein wichtiges Anliegen unseren zukünftigen Führungskräften das Handwerkszeug  an die Hand zu geben, welches sie unterstützt selbständig, verantwortungsbewusst und lösungsorientiert zu arbeiten.
Wie sieht bei Ihnen ein typischer freier Tag aus? So einen richtigen typischen freien Tag gibt es bei mir nicht und wenn wir jetzt einmal die weniger spannenden Dinge weglassen, wie Haushalt, Einkaufen etc., dann versuche ich möglichst etwas Schönes zu unternehmen. Das kann ein Konzert, Kabarett oder Ausstellungsbesuch sein, ein Spiele- und oder Kochabend mit Freunden, ein Radausflug mit Freund und Kindern. Ein bisschen Programm muss immer dabei sein, nur zu Hause rumgammeln liegt mir weniger.
Ihr schönster Urlaub bis jetzt? Ich habe schon so viele herrliche Urlaube unternehmen können, da fällt es mir schwer, den schönsten zu benennen. Ich habe bisher immer die am meisten genossen, die möglichst im kleinen Kreis stattfanden, individuell mit 2- 4 Personen, in der freien Natur und die direkt mit den Einheimischen oder Tieren in Berührung kamen. Im Mai 2008 war ich so mit 3 Freunden und einem Jeep in Botswana unterwegs, ohne Guide, Übernachten in Zelten, jeden Abend ein Lagerfeuer – herrlich. Oder in einem anderen Urlaub hatten wir zu zweit mit einem Tuareg und drei Dromedaren die Sahara „durchquert“. Die Wüste durchquert ist natürlich leicht übertrieben bei 5 h/km an 7 Tagen. Der Po schmerzte noch Tage danach, doch die wunderschönen Wüstenbilder, die Ruhe, der Sternenhimmel, das Brot backen im heißen Sand… das sind alles unvergessliche Erlebnisse.
Wo wollten Sie schon immer Mal hin? Als ich Chile bereiste fehlte mir leider die Zeit auch Padagonien im Süden zu besuchen. Alaska und Lappland reizen mich jedoch mindestens genauso.  Auf jeden Fall eine Region mit viel Eis und Schnee. Vielleicht nur ein Husky-Schlitten und ich durch vereiste Landschaften?
Peinlichstes Erlebnis? Da fragen Sie mich was. Ich werde es nie vergessen, wie ich als Eventmanagerin auf einem Event eines Kunden aus der Fotoindustrie einen Teilnehmer hörte, wie er seinen Kollegen gefragt hat, ob er noch Filme für die Kamera hätte. Da ich reichlich Material einstecken hatte, griff ich in meine Tasche und bot großzügig Nachschub an. Erst in dem Moment als ich auf meine geöffnete Hand schaute und das Gesicht des Teilnehmers sah, wurde mir bewusst, was ich getan hatte. In meinen Händen lag das Produkt des Mitbewerbers! Ich lief puterrot an, aber es war zu spät. Der Teilnehmer schmunzelte und meinte, er fragt einmal bei einem Kollegen nach. Am nächsten Tag, nach einem erfolgreichen Event, rief mich der Geschäftsführer bei der Gala-Veranstaltung auf die Bühne, um für die Organisation zu danken. In seiner Rede hieß es plötzlich: „[…] 100% perfekt war es ja leider nicht, an einer Sache muss noch gearbeitet werden…“ Ich hielt die Luft an – und dann gab er diese Story unter schallendem Gelächter von 200 Teilnehmern zum Besten. 3 Tage später erreichte mein Team und mich in der Agentur ein riesiges Dankeschön Paket. Für die nächsten Jahre waren wir mit dem „richtigen“ Filmmaterial versorgt.
Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, welcher wäre es? Mehr Lebensfreude, Lachen und Freude in die Gesichter und Herzen meiner Mitmenschen zaubern zu können.
Würden Sie etwas in Ihrem bisherigen Leben ändern, wenn Sie noch mal die Chance dazu hätten? Das habe ich gerade getan. Mit meiner Entscheidung für die HIB tätig zu werden, habe ich mein bisheriges Leben völlig auf den Kopf gestellt. Vom Großstadtmenschen, der ständig auf Reisen unterwegs ist, von einem Meeting zum nächsten hetzt, und als Single lebt, bin ich nun mit meinem Partner zusammen gezogen und genieße das mehr an Freizeit und Zeit für Freunde, welches sonst durch die vielen Fahr- und Flugzeiten völlig auf der Strecke blieben. Seine Kinder kommen regelmäßig zu Besuch, so nimmt dies schon fast Familien ähnliche Züge an. Jetzt wohne ich auf dem Land, inmitten von wunderschöner Natur, demnächst auch in einem Haus mit Garten. Ich merke wie mir dieses neue Umfeld seelisch und gesundheitlich sehr gut tut. Ich hatte auch schon mit dem Gedanken gespielt komplett auszusteigen und in einem Kinderdorf in einem Entwicklungsland zu arbeiten, wer weiß, auf welche Idee ich in einigen Jahren noch komme.

Das Interview mit Beate Otto, Dozentin für Event- und Tourismusmanagement, führte Redaktionsmitglied Jenny Coster

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