„Wer suchet, der findet“ – ein Hintergrundbericht

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Aber wo? Und ebenfalls auch nicht ganz unbedeutend ‚Was‘? Zusammengefasst: wie? Und woher kommt dieser Spruch: „Wer suchet, der findet“ eigentlich?
Jeder Student wird sich in seiner akademischen Laufbahn wohl schon einmal in folgender Situation wiedergefunden haben: man sitzt am Schreibtisch, hat ein bestimmtes Thema für eine Hausarbeit vor sich liegen und nun soll es los gehen, mit der Recherche nach Wissen, das verarbeitet werden kann.

Es warten unendliche Möglichkeiten der Informationsanhäufung auf den Studenten des 21. Jahrhunderts – Bücher, Fachzeitschriften, Zeitungsartikel, Geschäftsberichte, diverse andere Publikationen, persönliche Kontakte, Internet und dann auch noch alle vorher genannten im Internet geballt! Aber das Einzige was passiert, ist das Gegenteil von dem Gewünschten. Man sitzt da und weiß gar nicht, wo man anfangen soll oder stürzt sich Hals über Kopf in Recherchen, bei denen am Ende nicht mal die Hälfte wirklich gebraucht wird und themenrelevant ist. Wäre im Grunde auch gar kein Problem, sind ja bestimmt interessante Ergebnisse dabei – …  hätte man nicht eine beschränkte Wortzahl, Deadlines einzuhalten und sowieso schon wieder viel zu spät angefangen, um jetzt auch noch neu zu recherchieren oder aus dem Vorhandenen etwas halbwegs Geeignetes zu zimmern.
Dem kann abgeholfen werden. Die drei Zauberwörter: Struktur, Konsequenz, Flexibilität.

Auch, wenn manch einer es wohl nicht mehr hören kann, aber wesentlich ist eine strukturierte Herangehensweise. Um sich zum zweiten Mal einem beliebten Sprichwort zu bedienen: „Wer kein Ziel hat, für den ist jeder Weg der Richtige.“ (hier streng auf den studentischen Rechercheprozess bezogen; Lebensphilosophie ist nicht Thema dieses Artikels). Deshalb die Frage nach dem ‚Was?‘. Es kann ein guter Anfang sein, sich die Themenstellung anzuschauen und sich, falls man noch kein Experte auf dem Gebiet ist, einen kurzen Überblick zu verschaffen. Nützlich, im speziellen Fall der HIB, sind die genaue Betrachtung der Assessment Criteria und des Assessment Briefs. Anschließend ist es hilfreich, sich ein oder zwei Aspekte raus zu suchen, mit denen man sich näher beschäftigt. Dann kommen Hilfsmittel wie ‚Schlagwörter‘ und  ‚Überbegriffe‘ ins Spiel, die man seinem speziellen Thema entsprechend herauskristallisiert und für die spätere Suche im Internet oder in Büchern verwendet. So erscheinen wirklich nur die Quellen, die etwas mit dem Thema zu tun haben.

Nachdem das ‚Was?‘ geklärt ist, kommt das ‚Wo?‘.  Und damit, leider, auch der Nachteil der oben erwähnten ‚unendlichen Möglichkeiten‘: Informationsüberflutung.  Man muss sich im Klaren darüber sein, was man behandelt und wo sich hierfür die besten Ergebnisse herausziehen lassen. Habe ich ein topaktuelles Thema, schreit es förmlich danach, aktuelle Medienberichte heranzuziehen, neue Fachartikel zu suchen oder Geschäftsberichte zu durchforsten. Natürlich darf in allen Fällen auch die Fachliteratur nicht vernachlässigt werden.

Wie kommt man aber an Informationen? Als Standard: die bevorzugte Suchmaschine. Eine Möglichkeit, an weitere Quellen zu gelangen, ist die Nutzung von Online-Angeboten wie amazon.de, das zu jedem gefundenen Buch diverse weitere Titel nennt, die sich mit dem Gesuchten beschäftigen. Oder die Online-Kataloge der Universitätsbibliotheken. Innerhalb der Quellen-Recherche ist es wichtig, dass man weitestgehend konsequent nach dem sucht, was man sich unter ‚Was?‘ vorgenommen hat, damit man nicht abdriftet und letztendlich doch wieder viel zu viel irrelevantes gesammelt hat.  So spart man sich Zeit und vor allem Nerven.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass man trotzallem flexibel bleibt, auch wenn es sich mit dem konsequenten Verhalten auf den ersten Blick nicht unbedingt decken mag. Gemeint ist, dass man innerhalb seines ‚Suchrahmens‘ flexibel denkt und kreativ an seine Recherche herangeht und sich Fragen stellt, die einem im Suchprozess helfen können, wie z.B. „Gibt es Synonyme zu meinem Suchbegriff?“, „Welche Firmen/Institutionen/Organisationen gibt es in dieser Branche?“, „Egal in welchem Zusammenhang: wo habe ich von dem Thema schon gehört?“ „Kann ich Wissen von verwandten Bereichen transferieren?“. Denn Informationen gibt es immer, sie müssen nur gefunden und entsprechend verwendet werden.
Wenn man passende Quellen etc. gefunden hat: schnell zum Stift greifen und sie notieren oder im Internet als Lesezeichen/Favorit markieren, damit man sie später auch wieder finden kann. Das Gleiche gilt für Geistesblitze: nicht notiert, verschwinden sie gerne mal ins gedankliche Universum.

Eine Bemerkung zum Schluss. Obige Tipps sind keineswegs die einzig wahre Lösung und es wird auch nicht der Anspruch auf Vollständigkeit erhoben. Da wohl jeder selbst seine kleinen Tricks und Herangehensweisen hat: Kommentare sind willkommen !

Ps.: Und woher stammt denn nun der so viel zitierte Satz „Wer suchet, der findet“? Recherchen der Autorin haben ergeben, dass er Teil der biblischen Bergpredigt ist, unter dem Unterpunkt ‚Beten‘ (im Original: „Wer da suchet, der findet“, zum Nachlesen: Matthäus, 7,7).  

Jasmin Eckert (Redaktionsmitglied)
 

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