HIB Spring Conference 2010 geht zu Ende

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Fragen der Verantwortung von Unternehmen und von Managern haben infolge der wirtschaftlichen Turbulenzen der letzten zwei Jahre eine neue Brisanz und Dringlichkeit erfahren. Jeder, der sich auch nur ansatzweise mit dem Thema ‚Wirtschaftsethik’ und der Verantwortung von Unternehmen gegenüber der Gesellschaft und der Umwelt befasst, merkt sehr schnell wie vielschichtig aber auch unübersichtlich die Debatten hierüber sind, ob wissenschaftlich, publizistisch oder praxisbezogen.

„Mit der Spring Conference 2010 möchte die HIB einen Beitrag dazu leisten, anwendungsorientierte Problemstellungen in Bezug auf unternehmerische Verantwortung herauszuarbeiten“, so Dr. Matthew Kershaw, Academic Director der HIB. Gleichzeitig sollten aber auch Chancen für Unternehmen durch die Verbindung theoretischer Ansätze zu Wirtschaftsethik und Nachhaltigkeit mit praktischen Anwendungen und Beispielen aufgezeigt werden. Dabei wurde auch der Frage nachgegangen, wie sich die ja teilweise widersprüchlichen Interessen verschiedener Stakeholder in der Unternehmenstätigkeit berücksichtigen und ausgleichen lassen.

Ein weiteres wichtiges Ziel der Konferenz war der Austausch zwischen Wissenschaftlern, Praktikern und Studierenden. Ein Blick in die Lebensläufe der Referenten verdeutlicht die große Bandbreite an Sichtweisen und Erfahrungen sowie die Expertise, die aufgeboten wurden, um die vielfältigen Facetten der Fragestellung ‚Wem ist die Wirtschaft verpflichtet?’ zu beleuchten. Besonders begrüßenswert und bemerkenswert war, dass neben renommierten Vertretern der Wissenschaft und der Unternehmen auch Studierende der HIB (Sarah Woldrich, Philip Schmeller und Pawel Lusnia) einen inhaltlichen Beitrag zu dem ethisch kontroversen Thema: Werbung in Social Networks leisteten. Diese Aufgabe haben sie bravourös gemeistert.

Nach den einzelnen Fachvorträgen wurden der vertretene Sachverstand und die gewonnenen Erkenntnisse im Rahmen einer Podiumsdiskussion zusammengeführt, um Antworten (mit der Betonung auf die Pluralform) auf die Leitfrage zu suchen.

Einen Rahmen für die Diskussionen bildeten 2 Keynote-Vorträge, die sich mit der Thematik aus kontrastierenden aber dennoch komplementären Perspektiven auseinandersetzten.

Den Auftakt der Konferenz machte Herr Professor Dr. Hengsbach. Als Jesuitenpater und Professor für Christliche Gesellschaftsethik hat sich Herr Hengsbach über viele Jahre wissenschaftlich mit Fragen der Wirtschafts- und Arbeitsethik befasst und sich kritisch mit wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Entwicklungen auseinandergesetzt. Ausgehend von seinen wissenschaftlichen Erkenntnissen hat er sich in seinen Büchern aber auch in zahlreichen Zeitungsbeiträgen sowie in Fernseh- und Radioauftritten aktiv an aktuellen politischen Diskussionen beteiligt. Er stellte die Frage: Aufgabe der Wirtschaft – vor Moral zu warnen?

Den inhaltlichen Abschluss lieferte der Vortrag von Herrn Daniel Schmid, Head of Sustainability Operations bei SAP. SAP wird als das weltweit führende Software-Unternehmen im Dow Jones Sustainability Index gelistet, der die Berücksichtigung ethischer, ökologischer und sozialer Werte in der Unternehmensführung würdigt. Vor diesem Hintergrund widmete sich Herr Schmid der provokanten Frage: Kann Software die Welt retten?

In seinem Schlusswort bedankte sich Herr Dr. Kershaw bei dem Organisationskomitee (Herr Michael Schmitt, Frau Beate Otto, Frau Dr. Adrienne Steffen und Herr Dr. Bernd Schabbing) für dessen Engagement und die hervorragende Konferenzorganisation.

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