Spring Conference: Wirtschaftskrise fordert aktives Handeln aller Bürgerinnen und Bürger: Viele Unternehmen können durch „richtiges“ Kundenverhalten zu ethischerem Verhalten bewegt werden

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Spring-conference-2010-hengsbach in Spring Conference: Wirtschaftskrise fordert aktives Handeln aller Bürgerinnen und Bürger: Viele Unternehmen können durch „richtiges“ Kundenverhalten zu ethischerem Verhalten bewegt werdenDie jährliche Fachkonferenz der HIB präsentierte am 23. April eine facettenreiche Analyse von ethischem (Fehl)-Verhalten vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise.

Ethische Prinzipien als Leitlinien wirtschaftlichen Handelns – dieses Thema  ist seit der Wirtschafts- und Finanzkrise immer wieder auf der Tagesordnung. Dass dabei Ethik und Moral keine theoretischen Fragen mehr sind, machte der bekannte Jesuitenpater und Professor Dr. Friedhelm Hengsbach zu Beginn der Konferenz der Heidelberg International Business Academy (HIB) am Freitagmorgen klar. Er forderte die etwa 200 Spring-conference-2010-zuhorer in Spring Conference: Wirtschaftskrise fordert aktives Handeln aller Bürgerinnen und Bürger: Viele Unternehmen können durch „richtiges“ Kundenverhalten zu ethischerem Verhalten bewegt werdenTeilnehmer der Konferenz zum eigenen aktiven Handeln auf.  Denn alle moralischen Forderungen und Vorstellungen, so der renommierte Sozialethiker, würden letztendlich in der Wirtschaft nur umgesetzt, wenn Gesetze, staatliche Organe oder der Markt selber die Unternehmen dazu konkret anhalten würden. Zwar sei die Macht des Einzelnen hier beschränkt, zugleich könnten sich Konsumenten und Bürger aber durch Vernetzungen und Koordination zu einer bedeutenden Macht zusammenschließen, die dann z.B. durch Kaufentscheidungen deutlichen Einfluss nehmen könne.

Begriffswirrwarr und zu einfache Vorstellungen

Zugleich warnte Hengsbach vor zu einfachen Forderungen und Definitionen. So seien Werte, Moral und Ethik keine feststehenden und klar definierten Begriffe mit eindeutigen Inhalten, sondern würden vielmehr durch Konsense in den relevanten Gesellschaften und auch durch bestimmte Macht- und Einflussgruppen definiert und verändert. Auch die häufige Forderung nach „Verantwortung“ müsse immer an den konkreten Umständen, Akteuren (z.B. die „Forderer“ und die „Aufgeforderten“) und Entscheidungsspielräume konkretisiert werden. Er warnte auch davor, dass eine zu starke Annahme der Verantwortung durch bestimmte Akteure und Gruppen wie z.B. Politiker auch zu einer anschließenden Entmündigung der „Schutzbefohlenen“ führen könne.

Jeder kann mitwirken, damit Wirtschaft „ethischer“ wird

Letztendlich, so Hengsbachs Fazit, könne in der europäischen Gesellschaft wirtschaftliches Handeln mit gesellschaftlicher Verantwortung und „Moral“ nur in Übereinstimmung gebracht werden, wenn die auf beiden Seiten beteiligten Individuen, die heute den Kern der Gesellschaft darstellen, einen gemeinschaftlichen Konsens finden und vereinbaren.

Spring-conference-2010-studierende in Spring Conference: Wirtschaftskrise fordert aktives Handeln aller Bürgerinnen und Bürger: Viele Unternehmen können durch „richtiges“ Kundenverhalten zu ethischerem Verhalten bewegt werdenNach dieser umfassenden Einleitung, die das Problemfeld und die Grundlagen des Themas Wirtschaftsethik umrissen und auch bereits in ersten Aspekten diskutiert und konkretisiert hatte, wurden die Gesamtthematik durch renommierte Referenten an einzelnen Praxisfällen und Teilfragestellungen weiter vertieft und konkretisiert. So stellte Dr. Dieter Jäpel vom IBM Research Lab dar, wie sich bereits jetzt Akteursgruppen mit der Nutzung neuer Medien zu mächtigen Gruppen zusammenschließen und z.B. Informationen austauschen und nutzen, um politische und wirtschaftliche Ziele zu erreichen. Zugleich zeigte er anhand verschiedener aktueller und zukünftiger Trends im Technologiebereich dar, welche Möglichkeiten und Entwicklungen hier in naher Zukunft noch zur Verfügung stehen rden.

Professor André Bühler von der Macromedia University zeigte kritisch auf, dass zwischen „denen da oben“ und „uns“ oft gar keine so großen Unterschiede bestehen und das eigene Handeln und Fordern durchaus an ähnlichen Kriterien gemessen werden muss wie das Handeln anderer.

Martin Katz, Geschäftsführer des Reiseveranstalters Ameropa der Deutschen Bahn AG, zeigte an verschiedenen Beispielen des Unternehmens, wie gerade in der Tourismusindustrie auch Aspekte der Nachhaltigkeit umgesetzt werden können.

Spring-conference-2010-referenten in Spring Conference: Wirtschaftskrise fordert aktives Handeln aller Bürgerinnen und Bürger: Viele Unternehmen können durch „richtiges“ Kundenverhalten zu ethischerem Verhalten bewegt werdenNach einer anregenden und durchaus kontroversen Podiumsdiskussion zum Konferenzthema „Ethik, Nachhaltigkeit und Service-Ethos – wem ist die Wirtschaft verpflichtet?“ schloss Daniel Schmid, der Leiter des Bereiches Nachhaltigkeit bei der SAP AG, die Konferenz inhaltlich ab, indem er unter dem provokanten Titel „Nachhaltigkeit bei SAP: Kann Software die Welt retten?“ beleuchtete, ob und wie Unternehmen am Beispiel der SAP durch eigenes Handeln und ihre Produkte zu einer „besseren Welt“ beitragen können.

Weitere Informationen zur Konferenz
Informationen zur Konferenz und die entsprechenden Vorträge sind auf der Website zur Konferenz  unter http://spring-conference.hib-academy.de abrufbar.

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