Weltweit unterwegs – Ein Interview mit der HIB-Absolventin Sarah Zimmermann

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 in Weltweit unterwegs - Ein Interview mit der HIB-Absolventin Sarah ZimmermannDie HIB-Absolventin Sarah Zimmermann machte 2008 ihren Bachelor an der HIB. Seit damals war sie in der ganzen Welt unterwegs. Jetzt ist sie wieder zurück in Heidelberg und berichtet über ihre Erfahrungen.

Welchen Studiengang haben Sie an der HIB abgeschlossen?
Ich habe den Studiengang International Business with Tourism Management abgeschlossen.

Wo haben Sie Ihr Pflichtpraktikum durchgeführt?
Mein Pflichtpraktikum habe ich bei der Fraport AG am Frankfurter Flughafen durchgeführt. Dort habe ich vor allem Tätigkeiten in der Administration und Büroorganisation sowie die Mitgestaltung der ITB übernommen. Es war anspruchsvoll, aber eine super Erfahrung.

Hatten Sie konkrete Vorstellungen von dem, was Sie nach dem Studium machen wollten? War für Sie klar, dass Sie nach dem Studium direkt ins Ausland gehen werden?
Mir war klar, dass ich ins Ausland möchte, da ich Lebenserfahrung bekommen wollte und einfach einmal weg aus Deutschland wollte. An Karriere habe ich bei diesem Schritt absolut nicht gedacht und wollte eher einfach mit meinem ersparten Geld reisen und etwas jobben. Entschlossen habe ich mich dazu im Laufe des Studiums.

Wem würden Sie einen längeren Auslandsaufenthalt empfehlen? Wie haben Sie Ihren Start in Australien erlebt?
Mein Start war sehr einfach, da ich sowieso nur gereist bin. Danach habe ich mich jedoch entschlossen, länger in Perth, Westaustralien, zu bleiben und durch eine Arbeitsagentur einen Job zu finden. Dies dauerte 6 Wochen und hat viel Mühe gekostet. Normal hat man als ‚Ausländer’ ohne vorherigen australischen Arbeitgeber keine Chance. Jeder möchte im Lebenslauf eine australische Referenz sehen. Das hatte ich nicht. Jeden zweiten Tag habe ich meine Agentur angerufen bis ich dann nach sechs Wochen eine Stelle als Rezeptionistin bekam.

Was waren Ihre Lieblingsveranstaltungen an der HIB und welche Themen vom Studium sind Ihnen bei Ihrem Leben in Australien wiederbegegnet?
Da ich in Australien nicht im Tourismus gearbeitet habe (nur einmal die Woche am Tourdesk eines Backpacker Offices) habe ich das theoretisch Erlernte im Bereich Tourismus noch nicht gebraucht. Vor allem aber Computer Fähigkeiten und mein Englisch waren von großem Vorteil in den beiden Firmen, in denen ich arbeitete. An der HIB waren meine Lieblingsveranstaltungen im Bereich Tourismusmarketing und alle Sprachkurse: Französisch, Englisch und Spanisch.

Was planen Sie als nächstes?…..
Ich möchte in Deutschland für etwa 6-12 Monate arbeiten, da ich ein bisschen Zeit mit meiner Familie verbringen möchte. Danach sehe ich, wie es weitergeht. Habe ich einen guten Job in Heidelberg mit Aussicht auf einen weiteren Auslandseinsatz, bleibe ich hier bis ich dann ins Ausland versetzt werden kann.
Wenn dies nicht der Fall ist und ich mich in Deutschland und meinem Job nicht wohlfühle, dann steht noch offen, ob ich im neuen Jahr einfach ein Visum für Canada oder Neuseeland beantrage und dort nochmal ein Jahr verbringe.

Wie gewichten Sie theoretische Erfahrungen aus dem Studium in Deutschland und praktische z.B. aus Praktika für eine erfolgreiche Bewerbung im Ausland? Welche Erkenntnisse haben Sie bei Ihrem Bewerbungsverfahren gewonnen?
Australien tickt anders als Deutschland. Dort zählen Noten und Abschlüsse nicht viel. Nie hat jemand nach meinem Bachelor oder anderen Abschlüssen oder Noten gefragt. Das einzige was zählt ist Persönlichkeit und Lernbereitschaft.
Ganz wichtig war das Durchhaltevermögen, jeden Tag bei meiner Job Agency anzurufen bis diese mir dann einen Job vermittelt hat. In Australien besteht eine Bewerbung auch nur aus einem Lebenslauf und Referenzen. Praktikumszeugnisse und Noten schickt man nicht mit und wird auch für normale Positionen nicht danach gefragt.
Ich habe durch die gute Bewerbungsvorbereitung an der HIB, so hoffe ich, doch ein gutes englisches Resumee abgeliefert, das gut angenommen wurde.

Welche Erkenntnisse haben Sie aus Ihrem Auslandsaufenthalt gezogen?
Da ich nicht nur in Australien sondern auch Neuseeland, Indonesien, Malaysia, China, Laos, Cambodia, Laos, Vietnam und Thailand Zeit verbracht habe, glaube ich sehr viel über mich selbst und meine Werte gelernt zu haben. Es geht nicht immer alles um Geld im Job und Noten, sondern darum, dass man Spaß an dem hat, was man macht und Lebenserfahrung sammelt. Interkulturelle Kompetenz kann man in keinem Trainee Programm nach dem Studium erlangen. Dies geht nur, wenn man wirklich einmal selbst in anderen Kulturen und Ländern gelebt hat und mit den Einheimischen in Kontakt war.

Welche persönlichen Voraussetzungen sollte man Ihrer Meinung nach mitbringen, um gut in Australien zurecht zu kommen?
Man sollte seinen Hang zum Perfektionismus und strenge Planung und Organisation ablegen und einfach MIT den Australiern leben. Sie sind humorvoll und viel gelassener und stressfreier als wir Deutschen. Wer mit großen Erwartungen an einen perfekten Karrierestart dort hingeht wird enttäuscht. In Australien fängt jeder klein an und egal, ob Ausbildungsabschluss, Bachelorabschluss oder Masterabschluss, man muss sich erst einmal mit einfachen Dingen zufrieden geben.
Die Australier arbeiten um zu leben! Wir Deutsche leben nur um zu arbeiten. Diese wichtige Erkenntnis konnte ich sofort am Anfang machen.

Was möchten Sie gerne den heutigen HIB-Studierenden mit auf den Weg geben?
The world is a book and those who do not travel read only one page!….

Das Interview führte das Redaktionsmitglied Annette Höhne.

 

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