HIB-Absolventin Melanie Endres lebt und arbeitet in Panama: „Fühle mich wie ein Fisch im Wasser“

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Unterpanamenos in HIB-Absolventin Melanie Endres lebt und arbeitet in Panama: Fühle mich wie ein Fisch im WasserMelanie Endres, HIB-Absolventin des Jahrgangs 2008, erzählt über ihr Leben und Arbeiten in Panama.

Welchen Studiengang haben Sie an der HIB abgeschlossen?
Ich habe den Studiengang Bachelor of Arts (Honours) in International Business with Tourism Management belegt.


Logoreisepanama in HIB-Absolventin Melanie Endres lebt und arbeitet in Panama: Fühle mich wie ein Fisch im WasserWo haben Sie Ihr Pflichtpraktikum durchgeführt? Wollten Sie schon immer nach Panama?

Mein Pflichtpraktikum habe ich im Gamboa Rainforest Resort in Panama durchgeführt. Dort war ich vor allem tätig in der Hotelrezeption, Tours, Housekeeping und Konditorei.

Nein, eigentlich galt Kuba mein Hauptinteresse, jedoch war es durch die politische Situation schwer eine Praktikantenstelle zu finden, die von der Regierung bewilligt wurde. Im Allgemeinen war mein Ziel eine Praktikumsstelle in Lateinamerika zu finden und nachdem ich Angebote aus Ecuador, Mexiko und Panama hatte, habe ich mich für Panama entschieden, da sich die Tätigkeiten dort am interessantesten angehört haben.

Hatten Sie vor Studienbeginn an der HIB schon konkrete Vorstellungen von dem, was Sie nach dem Studium machen wollten? War für Sie klar, dass Sie nach dem Studium direkt ins Ausland gehen werden? Konkrete Vorstellungen hatte ich nicht, aber mir war es immer klar, dass ich ins Ausland wollte.

Panamaimboot in HIB-Absolventin Melanie Endres lebt und arbeitet in Panama: Fühle mich wie ein Fisch im WasserWie haben Sie Ihren beruflichen Start in Panama erlebt und was machen Sie heute dort? Meinen beruflichen Start in Panama hatte ich im September 2008 und es war definitiv nicht leicht aufgrund des Volumens an Wissen, dass ich über das Land wissen musste (als Sales & Marketing Coordinator in einem Inbound-Reiseveranstalter) und auch durch die Kulturunterschiede und weniger enthusiastische Arbeitseinstellung der panameños war es ziemlich anstrengend am Anfang. Bis heute sind die Unterschiede in Kultur und Arbeitseinstellung festzustellen, aber beide Seiten haben sich aneinander gewöhnt und somit läuft jetzt alles viel harmonischer ab und man versteht Gesten und Entscheidungen besser als zuvor! Ich habe definitiv sehr viel Glück mit meiner Arbeit gehabt und fühle mich inzwischen so wohl, wie ein „Fisch im Wasser“. Die Aufgaben und Verantwortung die mir übertragen wurden stimmen genau mit meinen Interessen, Fähigkeiten und Wünschen überein.
Ich arbeite noch immer bei dem selben Reiseveranstalter. Ich stelle Reisen und Preise für Kunden zusammen und bin verantwortlich für die Website, Marketing, Leitung des Sales Departments, Rekrutierung von neuen Angestellten im Bereich Sales, Tarifverhandlungen mit lokalen Anbietern (Hotels, Transport, Airlines), Hotel-Inspektionen und Firmenvertretung für neue Partner und Wholesalers aus den USA, die verschiedene Regionen, Touren und Hotels in Panama kennen lernen wollen. Das alles macht mir sehr viel Spaß!Endresund-pferd in HIB-Absolventin Melanie Endres lebt und arbeitet in Panama: Fühle mich wie ein Fisch im Wasser

Was waren Ihre Lieblingsveranstaltungen an der HIB und welche Themen vom Studium sind Ihnen bei Ihrem Leben in Panama wieder begegnet? Ich war schon immer begeistert von Consumer Behavior, Business Spanish & English und Destinationsmanagement. Diese Themen sind genau die Arbeitsbereiche, die ich auch in meinem heutigen Job behandle und mit denen ich tagtäglich zu tun habe: Der Umgang mit Touristen, Kunden, Anbietern und internationalen Reiseveranstaltern. Das sind die Managementaufgaben, mit denen ein Reiseveranstalter konfrontiert wird sowie natürlich auch die generellen Themen und Probleme, die dieses Land in der derzeitigen wirtschaftlichen und politischen Situation hat.

Vor Ihrem Studium waren Sie 9 Monate in den USA und leben heute in Panama. Sie haben damit berufliche Erfahrung in zwei kulturell verschiedenen Ländern. Was sind bis jetzt die wichtigsten Dinge, die Sie persönlich aus Leben in den beiden Ländern für sich gelernt/mitgenommen haben? Ich war nicht nur 9 Monate, sondern knapp 2 Jahre in den USA (Denver, Colorado) von 2003-2005. Erst seit Kurzem, nämlich seit dem 20. August lebe ich jetzt auch genau 2 Jahre in Panama! Das bietet die Möglichkeit für einen Vergleich.
In den USA war es definitiv ganz anders als hier in Panama. In den USA ist alles viel organisierter und alle sind enthusiastisch bei der Arbeit. Hier in Panama dauert alles doppelt so lange und das Arbeitsleben läuft in viele Firmen etwas stressfreier ab. Durch meine Auslandsaufenthalte und Umgang mit vielen Kulturen habe ich gelernt, dass es immer am Wichtigsten ist, sich alles erst einmal in Ruhe anzuschauen, die Lage und Menschen zu analysieren und dann Entscheidungen treffen. Man muss offen sein und das Talent haben, Dinge manchmal einfach nicht persönlich zu nehmen. Denn es gilt: Andere Länder, andere Sitten! Und wenn man seinen Werten und persönlichen Zielen treu bleibt und offen für Neuerungen und anderes Denken ist, kann ein anderes Land oder eine andere Kultur einem nur helfen in der Weiterentwicklung, Weltanschauung und vor allem im täglichen Arbeitsleben.
Als Deutsche (mit einer ausgesprochenen deutschen, korrekten, effizienten und planerischen Einstellung) ist es natürlich umso schwerer nach dem Aufenthalt in den USA nun in Panama zu leben und zu arbeiten. Aber ich bin sehr dankbar für diese Möglichkeit, denn somit habe ich gelernt, mich etwas aus der „deutschen Routine“ zu bewegen und mich nicht direkt unter Druck zu setzen oder ungeduldig zu werden „wenn´s mal wieder länger dauert“ (Snickers gehören zu meinen täglichen Snacks! ).

Welche persönlichen Voraussetzungen sollte man Ihrer Meinung nach mitbringen, um gut in Panama zurechtzukommen? ….. GEDULD, GEDULD, GEDULD. Dann natürlich Offenheit für die Kultur und die teilweise eigenartige und egoistische Einstellung mancher panameños. Dann natürlich die Liebe für die spanische Sprache, die hier etwas schneller als in anderen Ländern gesprochen wird. Man darf keine Probleme haben mit orkanartigem Platschregen, der hier (wie genau in diesem Moment) von der einen auf die andere Minute auftreten kann und man sollte sich begeistern für eine atemberaubende Natur mit einer faszinierende Flora und Fauna und der Präsenz von unglaublich vielen Vogelarten – selbst im 21. Stock mitten im Stadtzentrum werde ich jeden Morgen von einer Schar laut zwitschernden Vögeln aufgeweckt.  Man sollte Strände und Inseln  ebenso lieben sowie Salsa, Merengue, Reggaeton, Jazz . Fast ausschließlich fritiertes Essen sollte einem nichts ausmachen! 

Strandpanama in HIB-Absolventin Melanie Endres lebt und arbeitet in Panama: Fühle mich wie ein Fisch im WasserWie gewichten Sie theoretische Erfahrungen aus dem Studium in Deutschland und praktische z.B. aus Praktika, Werkstudententätigkeit für eine erfolgreiche Bewerbung im Ausland? Welche Erkenntnisse haben Sie bei Ihrem Bewerbungsverfahren gewonnen? Da ich nicht wirklich Erfahrung mit Bewerbungsverfahren in Deutschland habe (abgesehen von meiner Werkstudententätigkeit bei der EnBW – Marketing & Kommunikation – wo theoretische Erfahrung, Universitätstitel und belegte Kurse eine große Rolle gespielt haben), kann ich nur über meine Erfahrung in Panama sprechen.

Klar, sind auch hier theoretische Erfahrungen und ein Studium wichtig, aber in einem Land, wo Bildung nicht so ausgeprägt und unterstützt wird wie in Deutschland, sind Praxiserfahrung, der Wille zum Arbeiten und Lernen und die Einsatzbereitschaft (also Soft Skills) weitaus bedeutender.

Was möchten Sie gerne den heutigen HIB-Studierenden mit auf den Weg geben? Verstand und Herz immer offen halten für Neues, alle Möglichkeiten wahrnehmen, die einem angeboten werden und wenn das Ziel mal etwas weiter weg erscheint, mit Fleiß und Ehrgeiz darauf hinarbeiten! 

Das Interview führte Redaktionsmitglied Annette Höhne.

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