„Gut ausgebildete und engagierte Leute haben auch in schwierigen Zeiten eine gute Chance, einen spannenden Job zu finden!“

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Gillessen-business-foto in Gut ausgebildete und engagierte Leute haben auch in schwierigen Zeiten eine gute Chance, einen spannenden Job zu finden!Interview mit der HIB-Absolventin Sabrina Gillessen, Abschlussjahr 2008, zu ihrer zweijährigen Berufstätigkeit.

Welchen Studiengang haben Sie an der HIB abgeschlossen?
Ich habe einen Bachelor in International Business Management.

Wo haben Sie Ihr Pflichtpraktikum durchgeführt?
Mein Pflichtpraktikum habe ich bei Schmellenkamp Communications, einer PR-Agentur in Koblenz, absolviert. Dort habe ich vor allem die Assistentin des Geschäftsführers in ihren täglichen Arbeiten wie der Korrespondenz mit Klienten, der Serienbrieferstellung und der Kunden- Akquise unterstützt. Zudem  durfte ich diverse Internetrecherchen zu möglichen weiteren Geschäftsfeldern im Bereich Medien eigenständig durchführen.

Vor, neben und nach Ihrem Studium haben Sie immer wieder Jobs in der Modebranche angenommen. Was haben Sie dort getan und wem würden Sie einen solchen Job empfehlen?
Das stimmt. Ich habe während des Studiums an der HIB freiberuflich als Fotomodell gearbeitet und habe mich, dadurch auf den Geschmack gekommen, auch für den Beruf des Modelbookers interessiert. Durch verschiedene Praktika bei international renommierten Agenturen in Frankfurt und München konnte ich in diesen Beruf reinschnuppern. Während der Praktika habe ich unter anderem folgende Tätigkeiten ausgeführt: Unterstützung der Agenturen bei der täglichen Terminkoordination der verschiedenen Models; Assistenz bei Castings; Auswahl der Models, die den Kunden zur Buchung vorgeschlagen werden; Korrespondenz mit internationalen Agenturen zur Aufnahme ausländischer Models in die eigene Kartei. Ich würde einen Job als Modelbooker, Modelagent oder Modelscout vor allem denjenigen empfehlen, die sich sehr für Mode, Trends und Lifestyle interessieren, äußerst kommunikativ sind (ein Großteil des Jobs findet am Telefon statt) und gerne im Team arbeiten. Außerdem sollte man sehr hartnäckig in seinem Berufswunsch sein, da der Einstieg als fest angestellter Booker sehr schwierig ist.

Hatten Sie konkrete Vorstellungen von dem, was Sie nach dem Studium machen wollten?
Ich habe mich während des Studiums schwer getan eine bestimmte Richtung für mich zu finden und hatte alles andere als konkrete Vorstellungen. Ich kann nur jedem, dem es ähnlich geht, empfehlen durch Praktika verschiedene Bereiche auszuprobieren. So konnte auch ich meinen Interessensbereich nach und nach näher eingrenzen und bin letztendlich mit meiner jetzigen Position sehr zufrieden.
 
Heute arbeiten sie als „Assistant“ bei McKinsey. Wie sind Sie an diese Stelle gekommen und was macht Ihrer Meinung nach die Tätigkeit eines „Assistant“ aus?
Ich habe damals eine Ausschreibung im Internet gelesen, die auf einem Job-Portal von der Personalvermittlung Per Se aus Heidelberg inseriert wurde. Per Se hat nach einem ersten Telefonat und der Übersendung meiner Zeugnisse dann ein Portfolio für mich erstellt und an McKinsey gesendet. Kurze Zeit darauf wurde ich zu einem dreistündigen Gespräch inklusive Einstellungstest zu McKinsey eingeladen und letztendlich auch eingestellt.
Ich betreue aktuell zwei Principals sowie einen Associate Principal und bin unter anderem für deren Terminkoordination, interne und externe Korrespondenz, die Reiseplanung und das Erstellen von diversen Dokumenten zuständig. Als „Assistant“ bei McKinsey hängt der jeweilige Arbeitsinhalt stark von dem jeweiligen Berater ab, den man betreut. Im Allgemeinen lässt sich aber sagen, dass der Hauptteil der Arbeit aus Terminkoordination und Reiseplanung besteht. So pendelt einer meiner Chefs beispielsweise zwischen München, Tokio, Dubai und Jeddah. Dadurch ist nicht nur die meiste Korrespondenz in Englisch, sondern auch die Reiseplanung entsprechend anspruchsvoll.

Welche Kompetenzen sollte jemand unbedingt mitbringen, um die Position „Assistant“ in einer Beratungsfirma auszufüllen?
Zu den Grundvoraussetzungen zählen unter anderem fließendes Englisch, die Beherrschung der gängigen Microsoft-Office-Programme sowie eine selbstständige Arbeitsweise. Des Zudem sollte ein „Assistan“t in der Lage sein, auch unter stressigen Bedingungen fehlerfrei zu arbeiten, sehr teamfähig und  kommunikativ sein, Organisationstalent besitzen und absolut serviceorientiert arbeiten.

Was waren Ihre Lieblingsveranstaltungen an der HIB und welche Themen vom Studium sind Ihnen in Ihrem heutigen Einsatzgebiet wieder begegnet?
Mein Lieblingskurs war Marketing bei Herrn Dr. Bühler (der kurz nach meinem Abschluss wohl in die Wirtschaft gewechselt ist und jetzt leider nicht mehr an der HIB unterrichtet). Viel Anwendung finde ich im beruflichen und privaten Umfeld allerdings für das in meinem absoluten Horror-Kurs erlernte Schreiben mit 10-Finger-System. Auch wenn der Kurs wirklich keinen Spaß gemacht hat so kann ich ihn dennoch nur jedem ans Herz legen, der ein langsamer Schreiber an der Tastatur ist. Ein weiterer Kurs, der mir auch in meinem Arbeitsalltag schon sehr geholfen hat, war Business English bei Herrn Baldock. Das dort gelernte Vokabular konnte ich schon in zahlreichen E-Mails und Briefen an Klienten einbringen und bekomme immer wieder Lob von meinen Chefs und Kollegen. Insgesamt haben mir vor allem die Fremdsprachenkurse an der HIB immer viel Spaß gemacht.

Was planen Sie als nächstes?
Ich habe vor noch mindestens ein bis drei Jahre bei McKinsey zu bleiben, um noch etwas Berufserfahrung zu sammeln und möchte mich dann in einem anderen Bereich weiterentwickeln. Ich könnte mir zum Beispiel einen Job im Bereich Human Resources sehr gut vorstellen, was aber eventuell auch innerhalb der Firma möglich ist.

Was möchten Sie gerne den heutigen HIB-Studierenden mit auf den Weg geben?
Lasst Euch nicht von abschreckenden Berichten über die aktuelle Situation auf dem Arbeitsmark demotivieren! Ich habe meinen Job bei McKinsey damals mitten in der Wirtschaftskrise begonnen und denke, dass gut ausgebildete, motivierte und engagierte Leute auch in schwierigen Zeiten gute Chancen haben einen spannenden Job zu finden.

Das Interview führte das Redaktionsmitglied Annette Höhne

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