Durch Soft Skills-Training fit für den Job – HIB-Absolvent im Trainee-Programm

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 in Durch Soft Skills-Training fit für den Job - HIB-Absolvent im Trainee-Programm Was haben Sie an der HIB studiert und warum? Wo haben Sie Ihre Praktika durchgeführt?

Ich habe International Business with Marketing an der HIB studiert. Ich wollte einen Studiengang, der es mir ermöglicht, so flexibel wie es nur geht bei meiner Jobsuche zu sein. Eine immer stärkere Internationalisierung der heutigen Berufe ist ohne einen internationalen Studiengang, mit vielen Sprachen-Know-how, kaum noch wegzudenken. Kaum ein Unternehmen kann noch ohne internationaler Expansion oder Handel mit dem Ausland bestehen, daher sind eine gute Ausbildung und Sprachen das A und O auf dem Job Markt.
Mein Praktikum habe ich bei der Firma Megro GmbH & Co.KG absolviert. Zu meinen Aufgabenfeldern gehörten die telefonische und schriftliche Kundenakquise in Spanien, Portugal und den Niederlanden sowie Übersetzungen Deutsch-Englisch-Spanisch. Gestaltung von Werbe- und Infomaterialien sowie Präsentationen …

Im Sommer 2010 haben Sie ja gerade erst Ihren Bachelor abgeschlossen. Was ist seitdem passiert?
Ich habe mich bei zahlreichen Unternehmen in den unterschiedlichsten Branchen beworben, mehrere Assessment Center, Telefoninterviews und Bewerbungsgespräche geführt. Außerdem habe ich die Zeit noch für einen längeren Urlaub bei meiner Familie in Spanien genutzt. Noch während meines Urlaubs, bewarb ich mich bei SIDESTEP und führte ein Telefoninterview mit der Recruitingabteilung. Kurz darauf wurde ich zum Auswahlverfahren für die Position Trainee zum Filialleiter eingeladen und war von der ersten Minute an vom Unternehmen RUNNNERS POINT/SIDESTEP begeistert.

Nach einem zweimonatigen Vorbereitungsprogramm, während dessen ich die Filialneueröffnung in Saarbrücken begleiten durfte und prüfen konnte, ob der Job zu mir passt, wurde ich nach Oberhausen versetzt und startete mein Trainee-Programm. Das Trainee-Programm in der SIDESTEP Filiale in Oberhausen absolvieren zu dürfen, stellt für mich eine große Herausforderung dar. Sie ist eine der umsatzstärksten Filialen des Unternehmens und mit einem 15 köpfigen Team, auch was die Personalzahl angeht, sehr groß. Auf mehreren Seminaren wurde ich noch stärker in den Themen Warenmanagement, Produktpräsentation, Verkaufs-Know-how und Führung eingearbeitet.

Hätten Sie vor einem Jahr gedacht, dass Sie einmal in dieser Branche arbeiten werden? Wie viele Schuhe stehen in Ihrem Schrank?
SIDESTEP war mir als Unternehmen bisher nicht bekannt gewesen. Sie wurden ja auch erst 2003 als eigenständige Division von RUNNERS POINT gegründet und treten jetzt erst verstärkt auch in Süddeutschland auf. Sie vermarkten Lifestyle Schuhe und haben den Anspruch an sich selbst in den kommenden Jahren Marktführer in Deutschland zu werden. SIDESTEP ist eine von fünf Divisionen die zu RP gehören. Diese sind, RUNNERS POINT, Run², RUNNERS POINT Franchise, Tredex und eben SIDESTEP.

Ich habe mich schon immer für Sneaker und Lifestyle Schuhe begeistert, aber ich muss zugeben, es war keine Branche, die ich mir als Arbeitgeber zunächst vorgestellt hatte. Ich habe zufällig auf der Suche nach Trainee-Programmen bei einer Online Jobbörse die Stellenausschreibung von SIDESTEP gesehen, mich über das Unternehmen informiert und dachte mir, „Hey, wieso eigentlich nicht.“ Letztendlich ist es doch egal, um was für ein Produkt es sich handelt. Wir haben schließlich einen Studiengang mit International Business gewählt, gerade um flexibler zu sein, wenn es darum geht, in welcher Branche wir arbeiten können. Wichtig ist nur, dass der Job an sich uns Spaß macht. Sich schon früh auf eine Branche zu versteifen, kann daher nicht immer von Vorteil sein. Klar, einerseits hat man ein klares Ziel auf dass man hinarbeiten kann, andererseits verschließt man dadurch vielleicht auch den Blick für andere Jobs, die einem noch mehr Spaß und berufliche Erfüllung bringen könnten. Ich bin da das beste Beispiel. Jetzt kann ich mir keinen schöneren Job vorstellen obwohl es nicht meine erste Wahl war. Die Frage, nach der Anzahl meiner Schuhe im Schrank, ist eine oft gestellte in unserer Branche. Wenn man täglich so viele tolle Lifestyle Schuhe um sich herum sieht und man dann auch noch 50% Preisnachlass als Angestellter erhält, greift man natürlich öfters zu. 20 Paar Schuhe dürften es mittlerweile durchaus daher schon geworden sein. Dies ist aber noch nichts im Vergleich zu der Anzahl an Schuhen unseres Leiters der Personalentwicklung. 250 Paare darf er sein Eigen nennen. …

Was war der Ausschlag, sich für das von Ihnen gewählte Trainee-Programm zu bewerben?
Für mich war die Mischung der Aufgabenfelder das interessanteste an dem Job. Als Filialleiter bin ich mein eigener Chef. Ich muss mich um das Personal, die Ware und die Kunden kümmern. Das bedeutet: Mitarbeiter einstellen und weiterentwickeln, die Personalplanung machen, neue Ware für das nächste Quartal aussuchen, wirtschaftliche Kennzahlenanalysen machen und weitere Schritte dadurch planen, auf der Fläche mit dem Kunden agieren, preispolitische Entscheidungen treffen… kurz gesagt, ich führe mein eigenes kleines Unternehmen!!! Ich habe also das Produkt, meine Mitarbeiter und den Kunden jeden Tag um mich und sehe täglich den wirtschaftlichen Erfolg meiner Arbeit in der Kasse. Anders als bei einem reinen Schreibtischjob, wo ich meine Kunden vielleicht nur per E-Mail oder Telefon „treffen“ kann.

Hat das Trainee Ihre Erwartungen erfüllt?
Meine Erwartungen wurden nicht nur erfüllt, sie wurden sogar auch übertroffen. Ich hätte nie damit gerechnet, dass es mir so viel Spaß machen könnte. Die Teamarbeit und die Kunden stellen jeden Tag wieder neue Herausforderungen dar und so wird es nie langweilig. Außerdem wächst man menschlich auch sehr, wenn man sich tagtäglich auf die verschiedensten Situationen und vor allem Charaktere einstellen muss.

Wie geht es nach dem Trainee-Programm für Sie weiter, vorausgesetzt, Sie wissen es schon?
Ich bekomme meine eigene Filiale, die ich dann zu maximalem wirtschaftlichen Erfolg führen werde. Außerdem expandiert SIDESTEP auch im Ausland sehr stark (Niederlande, Österreich). Weitere Länder sind für die Zukunft geplant. Daher sucht das Unternehmen ständig nach qualifizierten Führungskräften. Da ich vorhabe noch lange im Unternehmen zu bleiben, könnte ich mir gut einen Job als Regional Manager oder Gebietsleiter z. B. Spanien vorstellen wenn es die Möglichkeit einmal geben sollte. Ansonsten bietet das Unternehmen jedem fähigen Mitarbeiter Karrieremöglichkeiten. Filialleiter stellt für mich natürlich jetzt eine große Herausforderung dar, jedoch sehe ich diesen Posten nur als erste Stufe auf der Karriereleiter an.

Welche Themen aus Ihrem Studium tauchen in Ihrem Tagesgeschäft wieder auf?
Kennzahlenanalyse aus BAD z. B. stellt ein wichtiges Thema im Tagesgeschäft dar. Hierbei geht es aber nicht nur um Umsatzgrößenbestimmung, sondern auch um Flächenanalysen von Produkten. Heißt: Könnte ich mehr Umsatz generieren mit einem Schuh, wenn ich ihm eine andere Stellfläche zuweise. Hierbei spielt auch das Marketing eine wichtige Rolle. Jeder Stellplatz in der Filiale ist nach ABC-Flächen gegliedert und jede Stapel- oder Wandpräsentation eines Schuhs hat marketingpsychologische bzw. verkaufsfördernde Hintergründe. In der Anfangszeit des Trainee-Programms sind aber die Soft Skills am wichtigsten sein. Durch die verschiedenen Kurse an der HIB und den vielen Präsentationen fällt es mir sehr leicht auf die Kundschaft zuzugehen oder Themen für Teamsitzungen zu erarbeiten bzw. vor dem Team zu präsentieren. All dies ist wichtig, um seine Wirkung nach außen als Führungskraft schon früh zu festigen. Ein sicheres Auftreten vor der Kundschaft und vor dem Team ist dabei sehr wichtig und das haben wir ja nach drei Jahren an der HIB gelernt.

Was möchten Sie heutigen Studierenden mit auf den Weg geben?
Versteift euch nicht auf die großen Firmen oder toll klingende Branchen auf eurer Jobsuche. Lasst euch einfach überraschen, was euch erwartet und bewerbt euch auch mal in Branchen, die ihr euch vorher nie vorgestellt hättet. Und auch wenn ihr nicht immer versteht, warum ihr jetzt schon wieder eine Präsentation halten müsst, noch ein Soft Skills-Training oder noch ein PDP machen müsst. Es hilft euch im Job und vor allem bei den ACs und Bewerbungsprozessen.

Das Interview führte Redaktionsmitglied Annette Höhne.

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