HIB-Absolvent Marcel Petzold – Namibia, Ägypten, Kuwait, … ?

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El-gouna in HIB-Absolvent Marcel Petzold – Namibia, Ägypten, Kuwait, … ?
Marcel Petzold in El Gouna.

Welches Programm haben Sie an der HIB abgeschlossen? Ich habe damals International Travel & Tourism Management studiert und nach dem zweiten Studienjahr die HIB verlassen.

Wo haben Sie Ihr Pflichtpraktikum durchgeführt und warum? Was haben Sie aus diesem Praktikum für sich und Ihren weiteren Lebensweg mitgenommen? Das Pflichtpraktikum habe ich für mich persönlich als kleine Herausforderung gesehen und dementsprechend wollte ich dieses in einem Land absolvieren, welches ich vorher noch nicht bereist hatte und welches eher untypisch für ein 3-Monatspraktikum ist. Der Kontinent Afrika hat, glaube ich, für jeden von uns eine unglaubliche Anziehungskraft und strahlt Abenteuer, Mystik und Fernweh aus.

Meine Wahl ist dann relativ schnell auf Namibia gefallen, da dieser Fleck Afrika noch nicht all‘ zu überlaufen von ‚westlichen’ Touristen ist. Über die örtliche Hotel Association bin ich dann auf die Frans Indongo Lodge gestoßen, die sich in Otjiwaringo befindet und von einem Deutschen Ehepaar geführt wird.

Namibia in HIB-Absolvent Marcel Petzold – Namibia, Ägypten, Kuwait, … ?
Marcel Petzold - Namibia.

Da es sich bei der Frans Indogo Lodge um eine privat geführte und überschaubare Luxus-Anlage handelt, war es mir möglich in verschiedensten Arbeitsbereichen tätig zu werden. Dazu gehörten das Front Office, F&B Bereich, Accounting, Sales & Marketing sowie Housekeeping. Aufgrund der Department übergreifenden Tätigkeiten auf der Frans Indongo Lodge, profitiere ich heute noch von meinen verbesserten Koordinations- sowie Timemanagement-Fähigkeiten.

Nach der HIB sind Sie nach Ägypten gezogen? Warum gerade Ägypten? Welches andere Land wäre noch in Frage gekommen? Für meine Eltern und mich war Nord-Afrika sowie der Nahe Osten stets eine Region in der wir uns mehrmals im Jahr aufhielten. Demgemäß kam ich bereits früh in Kontakt mit der arabischen Kultur und Lebensweise, da für uns nicht nur der reine Erholungsurlaub im Vordergrund stand, sondern mehr die interkulturellen Beziehungen.

Ägypten hat für mich über einen ganz besonderen Reiz, da es so facettenreich ist wie kein anderes Land im arabischsprachigen Raum. Abgesehen von unendlich scheinenden Kulturgütern, wartet das Land am Nil mit zahlreichen Schönheiten auf, angefangen von den bizarren Felsformationen in den Wüstenregionen, den fruchtbaren Nilterrassen sowie den atemberaubenden Oasen.

Was sollte man als Anfänger in einem arabischen Land unbedingt beachten? Welche kulturellen Fettnäpfchen kann man ganz einfach vermeiden? Zunächst einmal habe ich die Erfahrung gemacht, dass es in punkto Verhaltenscodex keine Faustregel für den arabischsprachigen Raum gibt, da die Länder sich nicht nur in den jeweiligen Dialekten sondern auch in den Traditionen unterscheiden. Generell gilt jedoch, dass man sich offen gegenüber einem vielleicht eher ungewohnt erscheinenden Verhalten der Araber geben sollte. Vorurteile gegenüber der Religion sowie der örtlichen Politik sollten generell ‚zu Hause’ gelassen werden, obwohl sich die Araber außerordentlich gerne mit diesen Themen auseinandersetzen.

Abgesehen von kulturellen Unterschieden, sollte man sich darauf einstellen, dass Araber sehr ungern Verantwortung abgeben. Hierbei sollte man beachten, dass man seinem Team geschickt vermittelt sowie beweist, dass man für einzelne Aufgaben bestens geeignet ist. Sich das Vertrauen bei seinen arabischen Kollegen zu erkämpfen ist nicht ganz einfach, aber wenn es gelingt, öffnet dies (fast) alle Türen …

Luxor in HIB-Absolvent Marcel Petzold – Namibia, Ägypten, Kuwait, … ?
Marcel Petzold in Luxor.

Wie sah ihr beruflicher Werdegang bisher aus? Nach meinem Abschluss an der HIB-Academy im Jahr 2008 bin ich für ein Trainingsjahr ins Sheraton Miramar Resort El Gouna/ Ägypten gegangen. Während dieses Trainings war ich im Front-Office in den verschiedensten Abteilungen tätig, wie z.B. der Rezeption, der Gästebetreuung und der Reservierung. Nach Beendigung des Trainings begann ich bei der in Ägypten agierenden Hotelgruppe ‚Red Sea Hotels’ in der Gästebetreuung. Diese Position verließ ich jedoch bereits nach vier Monaten, da sich keine großartigen Zukunftsperspektiven innerhalb der Hotelgruppe ergeben sollten. Da mich das Sheraton Miramar Resort El Gouna zu diesem Zeitpunkt wieder zurück in die Gästebetreuung nehmen wollte, ging ich also erneut in das kleine ‚Venedig Ägyptens’.

Insgesamt habe ich also drei Jahre in Ägypten gelebt und gearbeitet und bin nun seit kurzem im Mövenpick Hotel Kuwait tätig.

Momentan leben und arbeiten Sie in Kuwait? Wie kam es zum Ortswechsel? Unterscheidet sich das Leben in Kuwait von dem Leben in Ägypten? Wenn ja, worin?Da es vorteilhaft sein kann gerade in den Anfangsjahren relativ häufig das Land zu wechseln, habe ich nach drei Jahren in Ägypten den Weg nach Kuwait genommen. Ein interessantes Angebot der Mövenpick Hotels & Resorts tat sein Übriges …

Kuwait mit Ägypten zu vergleichen, wäre wie Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Kuwait ist zu grossen Teilen ein reines Geschäftszentrum in dem fast täglich Millionen- wenn nicht gar Milliardenverträge vor allem in der Petro-Industrie abgeschlossen werden. Da neben den Kuwaitis vor allem Einwanderer aus z.B. Pakistan, Indien, dem Libanon, Ägypten etc. das Strassenbild prägen, ist die Atmosphäre eine komplett andere als jene in Ägypten.

Dort besuchen Sie einen Managementkurs. Mit welchem Ziel? Der Managementkurs zieht darauf, zukünftige Führungskräfte für Mövenpick Neueröffnungen vorzubereiten. Da die Hotelgruppe weiterhin im Nahen- und Mittleren Osten am expandieren ist, werden so Experten aus den eigenen Reihen rekrutiert.

Was waren Ihre Lieblingsveranstaltungen an der HIB? Neben den zahlreichen und interessanten Firmenvorträgen, gehörten für mich die ‚Fit for Success’ Soft-SkillsTrainings sowie die Lehrveranstaltung Tourismus-Marketing zu meinen Favoriten.

Wenn sich ein Studierender für einen Job/ein Praktikum in einem arabischen Land interessiert, welchen Ratschlag würden Sie ihm unbedingt auf den Weg mitgeben wollen? Seit offen für die jeweilige Kultur des Landes und zeigt Interesse am dortigen Leben. Versucht soviel wie möglich euch in die lokale Struktur einzupflegen und schließt nicht nur Freundschaften zu den örtlichen ‚Europäern’.

Welche persönlichen Voraussetzungen sollte man Ihrer Meinung nach mitbringen, um gut in Ihrer Branche einzusteigen? Man sollte stets bestrebt sein, sich persönlich weiter zu entwickeln. Die Hotelbranche und der Tourismus allgemein unterliegen einem konstanten Wandel – es gilt also sich ständig auf dem neusten Informationsstand zu bringen. Warte nicht darauf bis Daten und Infos zu Euch kommen, macht euch selbst daran sie zu finden!

Was möchten Sie gerne den heutigen HIB-Studierenden mit auf den Weg geben?Pflegt Eure Kontakte! Jeder Tag bietet unendliche Möglichkeiten Kontakte zu knüpfen. Jene zu knüpfen ist relativ einfach, doch dass diese auch gepflegt und vertieft werden müssen, vergessen leider immer noch einige. Eine kurze Gruß-E-Mail zu Feiertagen oder sonstigen Anlässen kann sich schneller auszahlen, als man vielleicht denkt.

Das Interview führte Annette Höhne

 

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