Corporate Responsibility Management – neuer Studienschwerpunkt an der HIM

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Bild-Studierende-Gruppenarbeit HIM in Corporate Responsibility Management - neuer Studienschwerpunkt an der HIM
Studierende der HIM bei der Gruppenarbeit.

Heidelberg, 23. April 2012. Die Wirtschafts- und Finanzkrisen der letzten Jahre haben die Diskussion über die Auswüchse angeblich unreglementierter Märkte und Wirtschaftsprozesse intensiviert. Im Fokus der Kritik stehen fehlerhafte ordnungspolitische Vorgaben und das Verhalten des Führungspersonals in den Unternehmen. So werden immer wieder neue Fälle bekannt, in denen Manager auch aufgrund von politisch gesetzten Fehlanreizen gegen gesetzliche Vorgaben oder zumindest gegen den Codex ihres Berufsstands verstoßen haben.

Nachhaltigkeit in der Wirtschaft – Der richtige Weg in die Zukunft

Weltweit setzt sich immer mehr die Ansicht durch, dass die wirtschaftlichen Aktivitäten von Unternehmen einer erweiterten Legitimation bedürfen, die über den reinen wirtschaftlichen Erfolg und den Erhalt von Arbeitsplätzen hinausweist. So sollen Unternehmen und ihr Management Verantwortung übernehmen für ökologische, ökonomische und soziale Entwicklungen – auch für Entwicklungen, die gar nicht in einem unmittelbaren Zusammenhang zu ihren eigenen wirtschaftlichen Aktivitäten stehen.

Diese Verantwortung der Unternehmen wird mit dem Begriff „Corporate Social Responsibility“ oder kurz „CSR“ umschrieben. Immer mehr Unternehmen erkennen, dass sich die Verankerung von gesellschaftlicher Verantwortung im Kerngeschäft auch wirtschaftlich lohnt. Studien zeigen, dass Top-Manager in der ganzen Welt ein Engagement im Bereich „CSR“ als sehr wichtig für den zukünftigen Erfolg ihres Unternehmens einschätzen.

Den Management-Nachwuchs sensibilisieren

Als Folge der Wirtschafts- und Finanzkrisen wurde der Ruf immer lauter, in der Ausbildung des Management-Nachwuchses stärker als bisher die Themenkomplexe Wirtschaftsethik und verantwortungsbewusstes Management zu berücksichtigen. Viele Hochschulen haben die Curricula ihrer Studiengänge entsprechend erweitert. Eigenständige wirtschaftswissenschaftliche Studiengänge mit einem Studienschwerpunkt im Bereich Corporate Social Responsibility existieren bisher jedoch nur als postgraduale Studiengänge.

Die Hochschule für Internationales Management in Heidelberg betritt Neuland in der Ausbildung des Management-Nachwuchses: ab dem Studienjahr 2012/2013 bietet sie in ihrem Bachelor-Programm, also schon auf grundständigem Niveau, den Studienschwerpunkt „International Corporate Responsibility Management“. Ihr Studienangebot richtet sich also direkt an Abiturienten und nicht wie die postgradualen Programme an Absolventen wirtschaftswissenschaftlicher Bachelor- oder Diplom-Studiengänge.

Verantwortungsbewusstes und nachhaltiges Management im internationalen Kontext

Mit diesem Studienschwerpunkt hat die Hochschule das Ziel, die Studierenden in ihrem fachlichen und persönlichen Entwicklungsprozess so zu begleiten, dass sie später als Führungspersönlichkei-ten in Unternehmen und in der Gesellschaft im Einklang mit ethischen Prinzipien Verantwortung übernehmen.

Der Akademische Direktor der Hochschule, Dr. Matthew Kershaw, beschreibt den in ihrem Leitbild verankerten Auftrag: „Wir können und wollen keine Werthaltungen verordnen. Aber wir wollen unsere Studierenden für die Bedeutung von Werten als Ausgangspunkt von nachhaltigem und verantwortungsbewusstem wirtschaftlichen Handeln sensibilisieren und können Ihnen ein zeitgemäßes berufliches Ethos vermitteln.“

Die Hochschule sieht es als ihre Aufgabe, junge Menschen in Bachelor- und Master-Studiengängen für Karrieren in der internationalen Wirtschaft zu qualifizieren. Es ist ihr wichtig, unternehmerisch denkende Generalisten auszubilden. Das Curriculum des Bachelor-Programms ist deshalb interdisziplinär angelegt: es setzt sich zu gut einem Drittel aus einem breiten Wirtschaftsstudium und zu knapp einem weiteren Drittel aus dem gewählten Studienschwerpunkt zusammen. Ein Drittel des Studiengangs widmet sich dem Themenkomplex Sprachen und Kommunikation.

So erwerben die Studierenden die Kenntnisse und Fähigkeiten, die sie in der beruflichen Praxis für die Planung, Umsetzung und Erfolgskontrolle von Projekten im Bereich Coporate Social Responsibility benötigen. Sie beschäftigen sich zudem intensiv mit den Herausforderungen, die sich aus der Internationalisierung wirtschaftlicher Aktivitäten ergeben, und lernen, dass ethische Normen nicht immer universelle Geltung haben, sondern starke kulturelle Bezüge aufweisen.

Das sprachliche Studium in Englisch und mindestens einer weiteren Fremdsprache ist wesentlich intensiver als in Management-Studiengängen üblich. Alleine im ersten Studienjahr trainieren die Studierenden 15 Stunden pro Woche typische Kommunikationssituationen aus der späteren Management-Praxis, um sich auf den Kontakt zu Geschäftspartnern aus dem Ausland vorzubereiten.

Doppelabschluss und internationale Anerkennung

Die Hochschule verfügt über eine doppelte Akkreditierung und unterstreicht so ihre internationale Ausrichtung. Sie wurde von der Foundation for International Business Administration Accreditation (FIBAA) nach den Vorgaben des deutschen Hochschulsystems akkreditiert und zusätzlich von der britischen Open University (OU) nach den Anforderungen des britischen Hochschulsystems.

Aufgrund der Doppelakkreditierung kann sie ihren Studierenden etwas Besonderes bieten: jede/r Studierende/r erwirbt zusätzlich zum deutschen Bachelor- oder Master-Abschluss einen britischen Bachelor-oder Master-Grad. So verlassen alle Studierenden die Hochschule automatisch mit zwei Hochschulabschlüssen. Die britischen Hochschulabschlüsse sind gleichwertig zu Abschlüssen, die im Rahmen eines Studiums an einer britischen Universität erworben werden.

Sie genießen hohe internationale Anerkennung u.a. in den USA, Großbritannien, Australien und den übrigen Ländern des Commonwealth sowie im asiatisch-pazifischen und im arabischen Raum. Um den britischen Studienabschluss zu erwerben, müssen die Studierenden keine Studienphase im Ausland absolvieren, sondern können ihre gesamte Studienzeit an der Hochschule in Heidelberg verbringen. Natürlich haben sie auf Wunsch aber auch die Möglichkeit, ein Semester an einer der Partnerhochschulen im Ausland zu studieren.

Ein Blick in die Hochschulstatistik belegt, wie innovativ das Studienkonzept der Hochschule ist: Gerade einmal 2,4 Prozent aller Studiengänge in Deutschland können einen Doppelabschluss bieten. Mit dem Doppelabschluss schafft die Hochschule eine Symbiose aus dem deutschen und dem britischen Studiensystem und trägt auf ihre Art schon heute dazu bei, das wichtigste Ziel des Bologna-Prozesses umzusetzen: die Schaffung eines gemeinsamen europäischen Hochschulraums.

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