Interview mit Tobias Klöpf, Lead des Young Travel Industry Clubs

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Heidelberg, 15.12.16. Am 14. September traf Nicola Schröter, Dozentin im Fachbereich Tourismusmanagement der Hochschule für Internationales Management Heidelberg, im Rahmen einer Networking-Veranstaltung des Travel Industry Club in Mannheim, Tobias Klöpf, Lead Young Travel Industry Club (YTIC). Im Rahmen der Tagung der Deutschen Gesellschaft für Tourismuswissenschaft (DGT) an der Fachhochschule Worms trafen sie sich wieder für ein Interview:

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Tobias Klöpf, Lead Young Travel Industry Club (YTIC).zg.

Frage 1:  Stell Dich bitte kurz vor.

  • „Ich liebe und lebe Networking“
  • Ich bin Wirtschafts- und Reiseverkehrsassistent.
  • Seit 2013 Studium Tourism and Travel Management an der Hochschule Worms – jetzt beendet. 🙂
  • Im Herbst Thesis zu Mountainbiketourismus abgegeben. In diesem Segment berate ich Akteure des MTB-Tourismus. Selbst bin ich ausgebildeter Bikeguide, führe jeden Sommer einige Alpencrosstouren. Das erdet einen und schafft hervorragenden Ausgleich. Faktor Sport ist mir enorm wichtig. Ich fahre ab 2017 in einem professionellen Team MTB und liebe Triathlon.
  • Während meines Studiums war ich parallel Werksstudent beim renommierten Euro Lloyd Reisebüro.
  • In den Wintermonaten plane ich das Bühnenprogramm im Career Center der ITB sowie im Rahmen des ITB Kongress den Young Professionals Day. Diese Programme moderiere ich ebenfalls.
  • Für die Stuttgarter Vortragsreihe Traum und Abenteuer moderiere ich Vorträge und unterstütze im Sponsoring.
  • Ich gebe zahlreiche Gastvorträge zu Themen: Networking, Business-Knigge und Mountainbiketourismus.
  • FVW Top unter 30 Finalist, und Willy-Scharnow Preisträger.
  • Ich bin Gründer und Lead beim Young Travel Industry Club (YTIC).

Frage 2: Warum besuchst Du die DGT-Tagung hier in Worms

„Horizont“ erweitern. Durch Tagungen und Kongresse kann man meiner Meinung nach Inhalte am fokussiertesten erlernen und sich parallel dazu austauschen. Zudem pflege ich hier Kontakte zur Wissenschaft / DGT-Mitgliedern. An solchen Tagungen schaut man zudem nach potenziellen Referenten und Partnern für z.B. gemeinsame Events oder Sponsorings. Wichtige Geschäfte besiegelt man oft auch bei Abendevents bei einem Glas Wein, das gehört ebenso dazu. Es gibt immer überall Synergien, die es auszuloten gilt. Deshalb schaue ich bei Tagungen prinzipiell mit wem kann man was, wie, wann, gemeinsam auf die Beine stellen. Ich liebe Kooperationen und unser Geschäftsmodell eines Clubs lebt von eben diesen Synergien.

Frage 3: Wie erwähnt, bist Du Gründungsmitglied des 2014 ins Leben gerufenen Young Travel Industry Club (YTIC). Warum wurde der YTIC gegründet?

Im Januar 2014 war ich beim Travel Technology Symposium, als einziger Student und hatte die Vision, dies solle sich ändern. Gemeinsam mit dem TIC Präsidium wurde daraufhin beschlossen, neue Wege zu gehen und die Young Generation mit den Etablierten zu vernetzen. Ich musste mich zunächst in die Arbeit eines Wirtschaftsclubs einarbeiten. Netzwerken hatte ich frühzeitig im Reisebüro gelernt. Aus dieser Zeit konnte ich auch bereits viele Kontakte mit dem TIC verknüpfen.

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Frage 4: Seit Frühjahr 2015 bist Du Lead des YTIC. Hättest Du vor 5 Jahren an so eine Position gedacht? Wie bist Du dazu gekommen?

Bereits in der 7. Klasse wusste ich, ich will Tourismus studieren und steckte hohe Ziele. Die Noten sprachen andere Worte, ich hielt am Traum fest und wählte den Weg über die Ausbildung im Reisebüro. Heute meiner Meinung nach die wichtigste Weiche meines Lebens. Ohne diese solide, breitaufgestellte kaufmännische Grundausbildung wäre ich heute nicht da, wo ich bin. Berufspraxis und darauf aufsetzend die Theorie ist der Schlüssel zum Erfolg. So wusste ich zu jeder Theorie aus den Vorlesungen immer bereits Beispiele aus der Praxis.

Zur Lead Position kam ich einerseits, weil es immer wieder Menschen gibt, die Potenzial entdecken und dieses fördern. Andererseits ist Selbstvertrauen, Belastbarkeit, Ehrgeiz und vernetztes Denken essentiell für Führungsaufgaben. Das sind Dinge, die man erlernen kann. Durch den vielen Sport z.B. lernt man neben Disziplin, Ehrgeiz sowie Belastbarkeit. Vernetztes Denken funktioniert, wenn man eben nicht in Rastern und vorgefertigten Mustern denkt, sondern seine eigene Meinung und Idee verfolgt.

Frage 5: Warum sollen unsere Studierenden sich für den YTIC interessieren?

Wir erweitern den Horizont, vernetzen die Young Talents mit den Etablierten sowie untereinander. Wie loyalisieren hin zur Branche, geben durch unsere Events Einblicke in Unternehmen und bei Workshops betreiben wir Personalentwicklung.

Frage 6: Der TIC und der YTIC tragen mit ihren Programmen und Veranstaltungen dazu bei, u.a. Kontaktnetzwerke aufzubauen und zu pflegen. Wie wichtig ist es, ein persönliches Netzwerk zu pflegen? Kannst Du unseren Studierenden hierzu Tipps geben?

Für sämtliche Aufgaben und Probleme die einem im Berufsleben begegnen gibt es Menschen, die diese lösen können. Bzw. gibt es zu jeder Idee Partner, die einen unterstützen. Diese sollte ich möglichst in meinem Netzwerk vereinen. Bereits frühzeitig sollte man sich dieses Netzwerk aufbauen, um in sämtlichen Situationen darauf zurückgreifen zu können. Die Reiseindustrie lebt vom Netzwerken und die meisten Aufträge und Jobs werden im eigenen Netzwerk vergeben!

Frage 7: Als Mitglied des YTIC können Studierende an Veranstaltungen des TIC und des YTIC teilnehmen. Im Rahmen der DGT-Tagung finden zwei solche Events statt. Kannst Du diese zwei Events kurz vorstellen und deren Ziele erläutern? 

TIC-Get-together „Wissenschaft trifft Wirtschaft“ um die regionalen Tourismusunternehmen mit den Wissenschaftlern aus ganz Deutschland zu vernetzen.

YTIC-Networking „Wissenschaft ist sexy“ um die Wissenschaft als spannendes Arbeitsfeld zu diskutieren und die Lanze zu brechen, dass Tourismuswissenschaft keine alte, staubige Studiensammlung aus der HS-Bibliothek ist.

Frage 8: Welche Herausforderungen gibt es bei der Organisation und Durchführung solcher Events? Welche Unterschiede gibt es zwischen Groß-Events und kleineren, regionalen Veranstaltungen?

Es gilt gute, aktuelle Themen zu bespielen und diese mit möglichst hochrangigen Experten der jeweiligen Segmente zu besetzen. Dadurch gelingt gute Qualität, die uns nachhaltigen Erfolg bringt und den Gästen echten Mehrwert liefert. Unsere Symposien und „Oscars der Branche“ haben natürlich bedeutend höheren Workload und Vorlaufszeiten. High-Level-Qualität bei großen Events zu liefern, bei denen man Tagesprogramme mit 20 Top-Speakern hat, sind Herausforderungen, welche aber durch unser Netzwerk und das großartige TIC-Team gut zu meistern sind. Kleinere Networkingevents sind das „Herzstück“ des Clubs. Hier gilt es, in exklusiver Location zu essentiellen Themen, die Entscheider der Branche zusammen zu führen.

Frage 9: Abschließend, welchen weiteren Rat würdest Du aus Deiner Erfahrung heraus unseren Studierenden geben?

Startet euer Netzwerk, jetzt, sofort! Networking macht enormen Spaß und hilft einem statt den 0815-Weg, den eigenen, besten, Karriereweg einzuschlagen. Die Kontakte dienen nicht nur dem Business, man unterhält sich durchaus auch über private Themen, wodurch das Netzwerk, Privat und Beruf verschmelzen lässt. Generell halte ich nichts von Work-Life-Balance, sondern empfehle eher das Gegenteil, nämlich alles als ein großes Ganzes zu sehen. Dann fällt es wirklich leichter mit der Karriereplanung – man fühlt sich als Teil der Branche. Sie ist die beste der Welt und lebt von großartigen Charakteren, die das eher margenschwache Business vergessen lassen. Zudem empfehle ich, jederzeit offen für sämtliche Themen zu sein und mit offenen Augen und Ohren auf möglichst vielen touristischen Events, Tagungen und Kongressen unterwegs zu sein. Zudem ist Know-How in Sachen E-Business gefragter denn je. Die Herausforderungen und Trends der Industrie 4.0 sollte jeder Studierende verinnerlichen.

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