Eine Absolventin berichtet: Sawubona – Hallo aus Südafrika!

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Seit Jahren in Südafrika angekommen: Julia Shephard mit ihrem Mann Andrew. zg.

Heidelberg, 05.12.16. Mein Name ist Julia Shepherd, ich bin im schwäbischen Ludwigsburg nahe Stuttgart aufgewachsen und war bereits von Klein auf fasziniert vom Reisen in fremde Länder.

Nachdem ich in Heidelberg 2004 mein Tourismus-Studium abgeschlossen hatte, entschied ich mich, für ein sechsmonatiges Praktikum in Kapstadt in einem Gästehaus – eine Idee, auf die mich damals übrigens Frau Höhne vom Career Service der HIM gebracht hatte. Als ich im August 2004 zum ersten Mal in Kapstadt ankam, war es kalt und regnerisch – der Kapwinter ist wirklich etwas ungemütlich – aber das tat meiner Begeisterung für dieses Land keinen Abbruch. Die Lebensfreude der Südafrikaner, die unglaublich beeindruckende Natur der Kapregion zusammen mit einer Mischung aus europäischem Flair und afrikanischer Kultur – es hat nicht langegedauert und ich war in diese wunderbare Stadt verliebt und wusste gleich, dass sechs Monate hier viel zu kurz sein würden…

Aus den sechs Monaten sind inzwischen zwölf Jahre geworden und ich habe das große Glück gehabt, hier auch meinen Mann Andrew kennenzulernen. Er kommt ursprünglich aus Pietermaritzburg in der Nähe Durbans, ist aber in Kapstadt aufgewachsen.

Als ich damals die Entscheidung getroffen hatte, hier in Kapstadt dauerhaft leben zu wollen, waren die Visabedingungen noch recht locker und innerhalb von zwei Jahren bekam ich meine Daueraufenthaltserlaubnis, mit der ich auch flexibel in Südafrika arbeiten durfte. Die Visabedingungen für Südafrika sind heute übrigens deutlich strenger geworden, aber wie man so schön sagt ‘Wo ein Wille ist….’ Ich habe nach meinem Praktikum dann in verschiedenen Tourismusbereichen gearbeitet, z.B. für das Swiss Airlines Call Centre und das Luxushotel Cape Grace an der Victoria & Alfred Waterfront. Nach einiger Zeit entschied ich mich dann, bei einem Reiseveranstalter anzufangen und das war genau das Richtige für mich. Man hat mit Kunden aus verschiedenen Ländern zu tun, lernt jeden Tag Neues über das Land und die Umgebung, hat die Gelegenheit das Land auch persönlich zu bereisen, perfekt!

Bei hiesigen Reiseveranstaltern habe ich einige Jahre gearbeitet und dort viel Erfahrung beim Zusammenstellen von Einzel- und Gruppenreisen sammeln können. Irgendwann in 2008 hatte das viel zu gute Essen in Kapstadt seine Spuren an unserer Figur hinterlassen, wodurch Andrew und ich uns entschieden haben, es einmal mit dem Laufen zu probieren. Damals waren wir komplett untrainiert und als Motivation wollten wir nach einigen Wochen unseren ersten 8 km-Lauf mitmachen – wir haben es auch tatsächlich ins Ziel geschafft.

Von nun an, wurde das Laufen auch von Mal zu Mal einfacher und wir hatten soviel Spaß, dass wir uns entschieden, einem Laufclub beizutreten. So wurde aus einem 10 km-Lauf ein paar Monate später ein 15 km-Event und irgendwann unser erster Halbmarathon. Heute ist derLaufsport ein fester Bestandteil in unserem Leben und so gut wie jedes Wochenende sind wir irgendwo in der Kapregion unterwegs zum Laufen. Momentan bereiten wir uns auf den Cape Town Marathon vor …

In der Zwischenzeit ist Andrew auch schon den 56 km-Two Oceans Ultra gelaufen und 2015 sogar seinen ersten Comrades Ultramarathon über 89 km.

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Die Idee, das Laufen mit dem Beruflichen zu verbinden, wurde irgendwann zu einem logischen Schritt für uns und ich habe mich 2014 mit unserer Firma Beyond the Finish selbständig gemacht. Wir haben uns auf das Zusammenstellen von Reisen in Südafrika und dem südlichen Afrika spezialisiert, wobei wir sowohl Urlaubsreisen für Nicht- Sportler arrangieren als auch Sportreisen für Besucher, die gerne Ihren Urlaub im südlichen Afrika mit einem Sportevent hier vor Ort kombinieren möchten.

Dabei bin ich die Kontaktperson, die mit den Kunden persönlich deren Vorstellungen bespricht, ich kümmere mich um die Organisation und Buchung aller Reisebestandteile und bin auch als Kontakt vor Ort immer für den Kunden erreichbar, wenn einmal ein Problem auftritt – was jedoch sehr selten passiert. Andrew kümmert sich um die komplette finanzielle Seite unserer Firma.

Vor allem Südafrika ist durch sein angenehmes Klima, gute Infrastruktur und ein riesiges Angebot an Sportevents ideal für Sportler, von Triathlon, Radsport und Mountainbiken, Laufen über Golfen, Surfen oder Paragliding – man hat hier alle Möglichkeiten. Als Firma hat uns die Spezialisierung auf Sportreisen vorallem die Möglichkeit gegeben, uns von der Menge an Konkurrenzfirmen abzusetzen. Wir bieten den Kunden persönliche Betreuung bei ihren Sport-Events von der Anmeldung bis zum Transfer zu den Veranstaltungen in Kombination mit z.B. einer Safari im Krüger Nationalpark oder im Okavango Delta, ein paar Tagen im Weinland oder an der Walküste, ganz individuell,was die Kunden wünschen und auf das Budget der Kunden zugeschnitten.

Mittlerweile haben wir einen Kundenstamm, der zum größen Teil aus persönlichen Weiterempfehlungen und Wiederholungskunden besteht. Außerdem hatten wir dieses Jahr die großartige Gelegenheit, als Ground Handler in Kapstadt ein holländisches Projekt zu unterstützen, eine Gruppe von internationalen Läufern, die hier eine Woche in Kapstadt verbracht und dann sehr erfolgreich am Two Oceans 56 km Ultramarathon im März teilgenommen haben. (SieheFoto)

Falls es Studierende oder Alumni der HIM einmal nach Südafrika und speziell nach Kapstadt zieht – zum Urlaub machen oder für ein Sport-Event- würde ich mich sehr über ein persönliches Treffen freuen. Und natürlich helfe ich auch gerne mit Tipps und Reisearrangements weiter.

Vielleicht ja schon bis bald in Südafrika?

Auf „Neuen Wegen“ – Praktikum bei einem nachhaltigen Reiseveranstalter in Bonn

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25 Jahre NEUE WEGE mit dem Team und den Yogalehrern, -innen. Bild: zg.

Bonn, 27. Juli 2015. Auf zu neuen Wegen … und zu meinem Praktikum nach Bonn. Der nachhaltige Reiseveranstalter NEUE WEGE feiert dieses Jahr 25-jähriges Jubiläum … und ich, Simona Unger-Tahal, bin mittendrin!

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Ein lichdurchflutetes Bürogebäude. Bild:zg.

Zu meinem Einstieg hatte ich das Glück bei dem Festwochenende viele der mitwirkenden Yogalehrer und -lehrerinnen persönlich kennen zu lernen und tiefer in die Philosophie von NEUE WEGE einzutauchen.

Meine Arbeit in der Marketing-Abteilung bringt täglich neue Herausforderungen und unterschiedlichste, aber sehr spannende Aufgaben mit sich. Und ehrlich gesagt, in so einem hellen und warm-leuchtenden Bürogebäude lässt es sich den Tag gut aushalten.

Die anfängliche Angst, dass man mit Kollegen nicht klar kommen könnte ist schnell verflogen. Die Mitarbeiter sind alle sehr herzlich und haben mich von Anfang an gut in den Arbeitsalltag integriert.

 

Simona Unger-Tahal, Tourismusmangent

Level 3: „Unser Besuch auf der ITB 2015“

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Heidelberg, 16. März 2015. Nachdem wir bereits 2013 im zweiten Semester die ITB besucht hatten, entschieden wir uns dafür, diese Gelegenheit ein weiteres Mal am Ende unseres Studiums zu nutzen. Natürlich betrachteten wir die weltweit größte Tourismusmesse auf diesem Besuch aus einem anderen Blickwinkel; schließlich stehen die Abgabe der Bachelorarbeit und die letzten Prüfungen vor der Tür, und somit auch die Entscheidung über unsere berufliche Zukunft.

Zunächst verschafften wir uns einen allgemeinen Überblick über die Aussteller. Alles war ähnlich aufgebaut wie vor zwei Jahren, was die Orientierung erleichterte.

Die Südamerikahalle

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Der Chilestand war unsere erste Anlaufstation: Janas Praktikumsland (zwischen Semester 4 und 5) empfing uns mit einer enormen Gastfreundlichkeit und gab uns die Möglichkeit, Fragen über Kultur, Geografie und Tourismusregionen zu stellen.

Wir besuchten als erstes die Südamerikahalle. Dort konnten wir nicht nur sämtliche lokale Köstlichkeiten (chilenischen Wein, kolumbianischen Kaffee etc. ) probieren, sondern auch ein paar Sätze auf Spanisch wechseln.

Der Chilestand war unsere erste Anlaufstation.

Des Weiteren hielten wir uns länger am Kolumbienstand auf, der einen außergewöhnlich großen Bereich der Halle einnahm.

Aber natürlich waren wir nicht nur auf der ITB, um uns von der Größe der Tourismusbranche die Sprache verschlagen zu lassen. Anders als vor zwei Jahren konnten wir dieses Mal aktiver das Gespräch mit den Ausstellern suchen.

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Auf spielerische Art und Weise erklärt ein Mitarbeiter von „Colombia Travel“ Anna die verschiedenen Touristenregionen des Landes.

So konnte sich Jana im Rahmen ihrer Bachelorarbeit im Bereich Destinationsmarketing an den Aussteller „Tourism Australia“ wenden, um nach Kontaktdaten für ein mögliches Interview zu fragen.

Annabelle, die im Sommer ein viermonatiges Praktikum bei Studiosus Reisen absolviert hatte, traf einige „alte Bekannte“ wieder, mit denen sie Smalltalk führen konnte. Ihr wurde Unterstützung bei der Bachelorarbeit zugesagt.

Da wir uns momentan, wie bereits erwähnt, auf der Suche nach Arbeitsmöglichkeiten nach dem Bachelorstudium befinden, schauten wir bei dem einen oder anderen Veranstalter auch nochmal genauer hin – vielleicht bietet dieser ja passende Einstiegsmöglichkeiten für uns an (Trainee-Programme, Soforteinstieg, Praktika, …).

Besuch des Fraportstands

Am Freitag, den 6. März, hatten wir zudem noch einen Termin mit Susanne Schick am Fraportstand. Dank der engen Kooperation des Unternehmens mit der HIM – Susanne Schick ist im Fachkuratorium der HIM – konnte die Senior Marketing Managerin uns wie bereits vor zwei Jahren mit leckeren, alkoholfreien Cocktails, Knabbereien und viel Know-How über die Fraport AG in Empfang nehmen.

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Nicht nur Fernweh weckte die ITB: Annabelle freut sich darüber, dass sie Unterstützung bei ihrer Bachelorarbeit zugesagt bekommen hat.

Nach einigen einleitenden Worten über den Flughafen, das Management und mögliche Praktikumsangebote, begrüßte sie noch einen Manager des Flughafen Münchens. Auch er informierte uns über Praktikumsangebote für Studenten jeglicher Fachrichtungen.

Social Media und Web 2.0 in der Tourismusbranche

Des Weiteren hatten wir das Glück, dass uns Kevin Keogh (Geschäftsbereichleiter Vertrieb bei REWE Touristik) „über den Weg lief“. Er nahm sich viel Zeit für uns und wies uns insbesondere auf moderne Marketingmöglichkeiten im Tourismus hin: über Social Media und Web 2.0. wird heutzutage mehr über Kunden herausgefunden, als wir es uns vorstellen können.

Kundenanalyse

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Auch die Fraport AG band die Besucher aktiv mit ein: wir wurden eingeladen, ein Foto zum Sofortausdrucken zu machen. Wieder einmal wurde uns die Bedeutung von modernen Medien bewusst (hier: #FRAmoments). War die Integration von Besuchern der ITB in diesem Bereich vor zwei Jahren auch so stark gewesen? Das Internet ist so schnelllebig, dass wir diese Frage im Raum stehen lassen mussten.

Die USA beispielsweise sind ein Vorreiter der Kundenanalyse, und Deutschland wird wahrscheinlich in einigen Jahren gleichauf mit ihnen sein. Darunter kann man verstehen, dass ein bestimmtes Kundenverhalten (z.B. bezogen auf ein Produkt) online gespeichert wird, sodass ein gezielteres und effektiveres Marketing durch das Unternehmen geführt werden kann.

Nach etwas mehr als einer Stunde endete unser Treffen mit Frau Schick und wir verbrachten noch ein paar letzte Stunden auf der Messe.

Neue Erkenntnisse im Gepäck

Nach drei Tagen verließen wir Berlin mit einer Menge neuer Erfahrungen und Erkenntnissen im Gepäck. Unsere zukünftige Arbeitsbranche hatte wieder einmal mehr Gestalt für uns angenommen.

Annabelle fasste unsere Ambitionen für die Zukunft ziemlich gut mit dem Satz zusammen:

„Und in vier, fünf, sechs Jahren, da treffen wir uns alle hier wieder in Berlin, auf der ITB.“

 

Annabelle Becker, Anna Kosak und Jana Gottenströter, Tourismusmanagement, Level 3.

HIM-Studierende bei der ITB in Berlin

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Studierende der HIM besuchen den Fraport-Stand und Frau Schick auf der ITB. Foto: Ole Dross.

Heidelberg, 11. April 2014. Ein „Firmenkontakt“ der besonderen Art fand für die Tourismusmanagement-Studierenden der HIM vom 5. bis zum 9. März 2014 in Berlin statt. Wie jedes Jahr war die deutsche Hauptstadt Ausrichter der größten Tourismus-Messe der Welt – der ITB.

Die Studentinnen und Studenten aus Heidelberg reisten mit unterschiedlichen Vorstellungen und Erwartungen an. Für einige war es der erste Besuch der Messe, der dazu diente, neue Einblicke in die Welt des Tourismusgeschäfts zu gewinnen, erstmals Messeluft zu schnuppern und den ein oder anderen neuen Kontakt zu knüpfen. Andere Studierende besuchten die ITB bereits zum zweiten oder gar dritten Mal und konnten die Tage nutzen, um sich mit ehemaligen Kollegen aus dem Praktikum zu treffen, die aus aller Welt für die Messe nach Deutschland gereist kamen.

Selbstverständlich ging es nicht nur um freundschaftliche Beziehungen, die ITB ist auch eine gute Möglichkeit, um das ein oder andere Vorstellungsgespräch zu führen. Sowohl Studenten aus dem 3. Jahr, für die das Studium im Sommer beendet ist, als auch solche aus jüngeren Jahrgängen, die auf der Suche nach Praktika nach Berlin gereist waren, nutzten diese Chance – und bei einigen wurden die Bemühungen durchaus von Erfolg gekrönt!

Treffpunkt „Fraport“

Ein alljährlicher fester Bestandteil des Besuchs in Berlin ist auch das Treffen mit Susanne Schick (Anmerk. d. Red.: Kuratorin der HIM) von der Fraport AG. Seit langem steht Frau Schick schon in Kontakt mit der Hochschule und bietet regelmäßig Firmenkontakte am Frankfurter Flughafen an. Auf der ITB nimmt sich die erfahrene Touristikerin immer gerne Zeit für die Studierenden aus Heidelberg, um bei einem Cocktail und kleinen Snacks hilfreiche Tipps für den Messebesuch und das Tourismus-Geschäft an sich zu geben. Gerne plaudert sie bei dieser Gelegenheit auch mal aus dem Nähkästchen und ist nie um die ein- oder andere Anekdote verlegen.

Berliner Nachtleben

Ebenfalls fester Bestandteil des Besuchs in Berlin ist der Club „Felix“ geworden. Durch eine Kooperation mit der ITB finden sich im Club im Stadtzentrum zahlreiche Touristiker, so dass sich das Networking auch nach einem Tag harter Arbeit auf der Messe auf einer weniger formellen Ebene fortsetzen lässt.

Ole Dross (Student Tourismusmanagement, Level 3)

HIB-Absolvent Marcel Petzold – Namibia, Ägypten, Kuwait, … ?

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Marcel Petzold in El Gouna.

Welches Programm haben Sie an der HIB abgeschlossen? Ich habe damals International Travel & Tourism Management studiert und nach dem zweiten Studienjahr die HIB verlassen.

Wo haben Sie Ihr Pflichtpraktikum durchgeführt und warum? Was haben Sie aus diesem Praktikum für sich und Ihren weiteren Lebensweg mitgenommen? Das Pflichtpraktikum habe ich für mich persönlich als kleine Herausforderung gesehen und dementsprechend wollte ich dieses in einem Land absolvieren, welches ich vorher noch nicht bereist hatte und welches eher untypisch für ein 3-Monatspraktikum ist. Der Kontinent Afrika hat, glaube ich, für jeden von uns eine unglaubliche Anziehungskraft und strahlt Abenteuer, Mystik und Fernweh aus.

Meine Wahl ist dann relativ schnell auf Namibia gefallen, da dieser Fleck Afrika noch nicht all‘ zu überlaufen von ‚westlichen’ Touristen ist. Über die örtliche Hotel Association bin ich dann auf die Frans Indongo Lodge gestoßen, die sich in Otjiwaringo befindet und von einem Deutschen Ehepaar geführt wird.

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Marcel Petzold - Namibia.

Da es sich bei der Frans Indogo Lodge um eine privat geführte und überschaubare Luxus-Anlage handelt, war es mir möglich in verschiedensten Arbeitsbereichen tätig zu werden. Dazu gehörten das Front Office, F&B Bereich, Accounting, Sales & Marketing sowie Housekeeping. Aufgrund der Department übergreifenden Tätigkeiten auf der Frans Indongo Lodge, profitiere ich heute noch von meinen verbesserten Koordinations- sowie Timemanagement-Fähigkeiten.

Nach der HIB sind Sie nach Ägypten gezogen? Warum gerade Ägypten? Welches andere Land wäre noch in Frage gekommen? Für meine Eltern und mich war Nord-Afrika sowie der Nahe Osten stets eine Region in der wir uns mehrmals im Jahr aufhielten. Demgemäß kam ich bereits früh in Kontakt mit der arabischen Kultur und Lebensweise, da für uns nicht nur der reine Erholungsurlaub im Vordergrund stand, sondern mehr die interkulturellen Beziehungen.

Ägypten hat für mich über einen ganz besonderen Reiz, da es so facettenreich ist wie kein anderes Land im arabischsprachigen Raum. Abgesehen von unendlich scheinenden Kulturgütern, wartet das Land am Nil mit zahlreichen Schönheiten auf, angefangen von den bizarren Felsformationen in den Wüstenregionen, den fruchtbaren Nilterrassen sowie den atemberaubenden Oasen.

Was sollte man als Anfänger in einem arabischen Land unbedingt beachten? Welche kulturellen Fettnäpfchen kann man ganz einfach vermeiden? Zunächst einmal habe ich die Erfahrung gemacht, dass es in punkto Verhaltenscodex keine Faustregel für den arabischsprachigen Raum gibt, da die Länder sich nicht nur in den jeweiligen Dialekten sondern auch in den Traditionen unterscheiden. Generell gilt jedoch, dass man sich offen gegenüber einem vielleicht eher ungewohnt erscheinenden Verhalten der Araber geben sollte. Vorurteile gegenüber der Religion sowie der örtlichen Politik sollten generell ‚zu Hause’ gelassen werden, obwohl sich die Araber außerordentlich gerne mit diesen Themen auseinandersetzen.

Abgesehen von kulturellen Unterschieden, sollte man sich darauf einstellen, dass Araber sehr ungern Verantwortung abgeben. Hierbei sollte man beachten, dass man seinem Team geschickt vermittelt sowie beweist, dass man für einzelne Aufgaben bestens geeignet ist. Sich das Vertrauen bei seinen arabischen Kollegen zu erkämpfen ist nicht ganz einfach, aber wenn es gelingt, öffnet dies (fast) alle Türen …

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Marcel Petzold in Luxor.

Wie sah ihr beruflicher Werdegang bisher aus? Nach meinem Abschluss an der HIB-Academy im Jahr 2008 bin ich für ein Trainingsjahr ins Sheraton Miramar Resort El Gouna/ Ägypten gegangen. Während dieses Trainings war ich im Front-Office in den verschiedensten Abteilungen tätig, wie z.B. der Rezeption, der Gästebetreuung und der Reservierung. Nach Beendigung des Trainings begann ich bei der in Ägypten agierenden Hotelgruppe ‚Red Sea Hotels’ in der Gästebetreuung. Diese Position verließ ich jedoch bereits nach vier Monaten, da sich keine großartigen Zukunftsperspektiven innerhalb der Hotelgruppe ergeben sollten. Da mich das Sheraton Miramar Resort El Gouna zu diesem Zeitpunkt wieder zurück in die Gästebetreuung nehmen wollte, ging ich also erneut in das kleine ‚Venedig Ägyptens’.

Insgesamt habe ich also drei Jahre in Ägypten gelebt und gearbeitet und bin nun seit kurzem im Mövenpick Hotel Kuwait tätig.

Momentan leben und arbeiten Sie in Kuwait? Wie kam es zum Ortswechsel? Unterscheidet sich das Leben in Kuwait von dem Leben in Ägypten? Wenn ja, worin?Da es vorteilhaft sein kann gerade in den Anfangsjahren relativ häufig das Land zu wechseln, habe ich nach drei Jahren in Ägypten den Weg nach Kuwait genommen. Ein interessantes Angebot der Mövenpick Hotels & Resorts tat sein Übriges …

Kuwait mit Ägypten zu vergleichen, wäre wie Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Kuwait ist zu grossen Teilen ein reines Geschäftszentrum in dem fast täglich Millionen- wenn nicht gar Milliardenverträge vor allem in der Petro-Industrie abgeschlossen werden. Da neben den Kuwaitis vor allem Einwanderer aus z.B. Pakistan, Indien, dem Libanon, Ägypten etc. das Strassenbild prägen, ist die Atmosphäre eine komplett andere als jene in Ägypten.

Dort besuchen Sie einen Managementkurs. Mit welchem Ziel? Der Managementkurs zieht darauf, zukünftige Führungskräfte für Mövenpick Neueröffnungen vorzubereiten. Da die Hotelgruppe weiterhin im Nahen- und Mittleren Osten am expandieren ist, werden so Experten aus den eigenen Reihen rekrutiert.

Was waren Ihre Lieblingsveranstaltungen an der HIB? Neben den zahlreichen und interessanten Firmenvorträgen, gehörten für mich die ‚Fit for Success’ Soft-SkillsTrainings sowie die Lehrveranstaltung Tourismus-Marketing zu meinen Favoriten.

Wenn sich ein Studierender für einen Job/ein Praktikum in einem arabischen Land interessiert, welchen Ratschlag würden Sie ihm unbedingt auf den Weg mitgeben wollen? Seit offen für die jeweilige Kultur des Landes und zeigt Interesse am dortigen Leben. Versucht soviel wie möglich euch in die lokale Struktur einzupflegen und schließt nicht nur Freundschaften zu den örtlichen ‚Europäern’.

Welche persönlichen Voraussetzungen sollte man Ihrer Meinung nach mitbringen, um gut in Ihrer Branche einzusteigen? Man sollte stets bestrebt sein, sich persönlich weiter zu entwickeln. Die Hotelbranche und der Tourismus allgemein unterliegen einem konstanten Wandel – es gilt also sich ständig auf dem neusten Informationsstand zu bringen. Warte nicht darauf bis Daten und Infos zu Euch kommen, macht euch selbst daran sie zu finden!

Was möchten Sie gerne den heutigen HIB-Studierenden mit auf den Weg geben?Pflegt Eure Kontakte! Jeder Tag bietet unendliche Möglichkeiten Kontakte zu knüpfen. Jene zu knüpfen ist relativ einfach, doch dass diese auch gepflegt und vertieft werden müssen, vergessen leider immer noch einige. Eine kurze Gruß-E-Mail zu Feiertagen oder sonstigen Anlässen kann sich schneller auszahlen, als man vielleicht denkt.

Das Interview führte Annette Höhne