Interview mit Tobias Klöpf, Lead des Young Travel Industry Clubs

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Heidelberg, 15.12.16. Am 14. September traf Nicola Schröter, Dozentin im Fachbereich Tourismusmanagement der Hochschule für Internationales Management Heidelberg, im Rahmen einer Networking-Veranstaltung des Travel Industry Club in Mannheim, Tobias Klöpf, Lead Young Travel Industry Club (YTIC). Im Rahmen der Tagung der Deutschen Gesellschaft für Tourismuswissenschaft (DGT) an der Fachhochschule Worms trafen sie sich wieder für ein Interview:

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Tobias Klöpf, Lead Young Travel Industry Club (YTIC).zg.

Frage 1:  Stell Dich bitte kurz vor.

  • „Ich liebe und lebe Networking“
  • Ich bin Wirtschafts- und Reiseverkehrsassistent.
  • Seit 2013 Studium Tourism and Travel Management an der Hochschule Worms – jetzt beendet. 🙂
  • Im Herbst Thesis zu Mountainbiketourismus abgegeben. In diesem Segment berate ich Akteure des MTB-Tourismus. Selbst bin ich ausgebildeter Bikeguide, führe jeden Sommer einige Alpencrosstouren. Das erdet einen und schafft hervorragenden Ausgleich. Faktor Sport ist mir enorm wichtig. Ich fahre ab 2017 in einem professionellen Team MTB und liebe Triathlon.
  • Während meines Studiums war ich parallel Werksstudent beim renommierten Euro Lloyd Reisebüro.
  • In den Wintermonaten plane ich das Bühnenprogramm im Career Center der ITB sowie im Rahmen des ITB Kongress den Young Professionals Day. Diese Programme moderiere ich ebenfalls.
  • Für die Stuttgarter Vortragsreihe Traum und Abenteuer moderiere ich Vorträge und unterstütze im Sponsoring.
  • Ich gebe zahlreiche Gastvorträge zu Themen: Networking, Business-Knigge und Mountainbiketourismus.
  • FVW Top unter 30 Finalist, und Willy-Scharnow Preisträger.
  • Ich bin Gründer und Lead beim Young Travel Industry Club (YTIC).

Frage 2: Warum besuchst Du die DGT-Tagung hier in Worms

„Horizont“ erweitern. Durch Tagungen und Kongresse kann man meiner Meinung nach Inhalte am fokussiertesten erlernen und sich parallel dazu austauschen. Zudem pflege ich hier Kontakte zur Wissenschaft / DGT-Mitgliedern. An solchen Tagungen schaut man zudem nach potenziellen Referenten und Partnern für z.B. gemeinsame Events oder Sponsorings. Wichtige Geschäfte besiegelt man oft auch bei Abendevents bei einem Glas Wein, das gehört ebenso dazu. Es gibt immer überall Synergien, die es auszuloten gilt. Deshalb schaue ich bei Tagungen prinzipiell mit wem kann man was, wie, wann, gemeinsam auf die Beine stellen. Ich liebe Kooperationen und unser Geschäftsmodell eines Clubs lebt von eben diesen Synergien.

Frage 3: Wie erwähnt, bist Du Gründungsmitglied des 2014 ins Leben gerufenen Young Travel Industry Club (YTIC). Warum wurde der YTIC gegründet?

Im Januar 2014 war ich beim Travel Technology Symposium, als einziger Student und hatte die Vision, dies solle sich ändern. Gemeinsam mit dem TIC Präsidium wurde daraufhin beschlossen, neue Wege zu gehen und die Young Generation mit den Etablierten zu vernetzen. Ich musste mich zunächst in die Arbeit eines Wirtschaftsclubs einarbeiten. Netzwerken hatte ich frühzeitig im Reisebüro gelernt. Aus dieser Zeit konnte ich auch bereits viele Kontakte mit dem TIC verknüpfen.

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Frage 4: Seit Frühjahr 2015 bist Du Lead des YTIC. Hättest Du vor 5 Jahren an so eine Position gedacht? Wie bist Du dazu gekommen?

Bereits in der 7. Klasse wusste ich, ich will Tourismus studieren und steckte hohe Ziele. Die Noten sprachen andere Worte, ich hielt am Traum fest und wählte den Weg über die Ausbildung im Reisebüro. Heute meiner Meinung nach die wichtigste Weiche meines Lebens. Ohne diese solide, breitaufgestellte kaufmännische Grundausbildung wäre ich heute nicht da, wo ich bin. Berufspraxis und darauf aufsetzend die Theorie ist der Schlüssel zum Erfolg. So wusste ich zu jeder Theorie aus den Vorlesungen immer bereits Beispiele aus der Praxis.

Zur Lead Position kam ich einerseits, weil es immer wieder Menschen gibt, die Potenzial entdecken und dieses fördern. Andererseits ist Selbstvertrauen, Belastbarkeit, Ehrgeiz und vernetztes Denken essentiell für Führungsaufgaben. Das sind Dinge, die man erlernen kann. Durch den vielen Sport z.B. lernt man neben Disziplin, Ehrgeiz sowie Belastbarkeit. Vernetztes Denken funktioniert, wenn man eben nicht in Rastern und vorgefertigten Mustern denkt, sondern seine eigene Meinung und Idee verfolgt.

Frage 5: Warum sollen unsere Studierenden sich für den YTIC interessieren?

Wir erweitern den Horizont, vernetzen die Young Talents mit den Etablierten sowie untereinander. Wie loyalisieren hin zur Branche, geben durch unsere Events Einblicke in Unternehmen und bei Workshops betreiben wir Personalentwicklung.

Frage 6: Der TIC und der YTIC tragen mit ihren Programmen und Veranstaltungen dazu bei, u.a. Kontaktnetzwerke aufzubauen und zu pflegen. Wie wichtig ist es, ein persönliches Netzwerk zu pflegen? Kannst Du unseren Studierenden hierzu Tipps geben?

Für sämtliche Aufgaben und Probleme die einem im Berufsleben begegnen gibt es Menschen, die diese lösen können. Bzw. gibt es zu jeder Idee Partner, die einen unterstützen. Diese sollte ich möglichst in meinem Netzwerk vereinen. Bereits frühzeitig sollte man sich dieses Netzwerk aufbauen, um in sämtlichen Situationen darauf zurückgreifen zu können. Die Reiseindustrie lebt vom Netzwerken und die meisten Aufträge und Jobs werden im eigenen Netzwerk vergeben!

Frage 7: Als Mitglied des YTIC können Studierende an Veranstaltungen des TIC und des YTIC teilnehmen. Im Rahmen der DGT-Tagung finden zwei solche Events statt. Kannst Du diese zwei Events kurz vorstellen und deren Ziele erläutern? 

TIC-Get-together „Wissenschaft trifft Wirtschaft“ um die regionalen Tourismusunternehmen mit den Wissenschaftlern aus ganz Deutschland zu vernetzen.

YTIC-Networking „Wissenschaft ist sexy“ um die Wissenschaft als spannendes Arbeitsfeld zu diskutieren und die Lanze zu brechen, dass Tourismuswissenschaft keine alte, staubige Studiensammlung aus der HS-Bibliothek ist.

Frage 8: Welche Herausforderungen gibt es bei der Organisation und Durchführung solcher Events? Welche Unterschiede gibt es zwischen Groß-Events und kleineren, regionalen Veranstaltungen?

Es gilt gute, aktuelle Themen zu bespielen und diese mit möglichst hochrangigen Experten der jeweiligen Segmente zu besetzen. Dadurch gelingt gute Qualität, die uns nachhaltigen Erfolg bringt und den Gästen echten Mehrwert liefert. Unsere Symposien und „Oscars der Branche“ haben natürlich bedeutend höheren Workload und Vorlaufszeiten. High-Level-Qualität bei großen Events zu liefern, bei denen man Tagesprogramme mit 20 Top-Speakern hat, sind Herausforderungen, welche aber durch unser Netzwerk und das großartige TIC-Team gut zu meistern sind. Kleinere Networkingevents sind das „Herzstück“ des Clubs. Hier gilt es, in exklusiver Location zu essentiellen Themen, die Entscheider der Branche zusammen zu führen.

Frage 9: Abschließend, welchen weiteren Rat würdest Du aus Deiner Erfahrung heraus unseren Studierenden geben?

Startet euer Netzwerk, jetzt, sofort! Networking macht enormen Spaß und hilft einem statt den 0815-Weg, den eigenen, besten, Karriereweg einzuschlagen. Die Kontakte dienen nicht nur dem Business, man unterhält sich durchaus auch über private Themen, wodurch das Netzwerk, Privat und Beruf verschmelzen lässt. Generell halte ich nichts von Work-Life-Balance, sondern empfehle eher das Gegenteil, nämlich alles als ein großes Ganzes zu sehen. Dann fällt es wirklich leichter mit der Karriereplanung – man fühlt sich als Teil der Branche. Sie ist die beste der Welt und lebt von großartigen Charakteren, die das eher margenschwache Business vergessen lassen. Zudem empfehle ich, jederzeit offen für sämtliche Themen zu sein und mit offenen Augen und Ohren auf möglichst vielen touristischen Events, Tagungen und Kongressen unterwegs zu sein. Zudem ist Know-How in Sachen E-Business gefragter denn je. Die Herausforderungen und Trends der Industrie 4.0 sollte jeder Studierende verinnerlichen.

Eine Absolventin berichtet: Sawubona – Hallo aus Südafrika!

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Seit Jahren in Südafrika angekommen: Julia Shephard mit ihrem Mann Andrew. zg.

Heidelberg, 05.12.16. Mein Name ist Julia Shepherd, ich bin im schwäbischen Ludwigsburg nahe Stuttgart aufgewachsen und war bereits von Klein auf fasziniert vom Reisen in fremde Länder.

Nachdem ich in Heidelberg 2004 mein Tourismus-Studium abgeschlossen hatte, entschied ich mich, für ein sechsmonatiges Praktikum in Kapstadt in einem Gästehaus – eine Idee, auf die mich damals übrigens Frau Höhne vom Career Service der HIM gebracht hatte. Als ich im August 2004 zum ersten Mal in Kapstadt ankam, war es kalt und regnerisch – der Kapwinter ist wirklich etwas ungemütlich – aber das tat meiner Begeisterung für dieses Land keinen Abbruch. Die Lebensfreude der Südafrikaner, die unglaublich beeindruckende Natur der Kapregion zusammen mit einer Mischung aus europäischem Flair und afrikanischer Kultur – es hat nicht langegedauert und ich war in diese wunderbare Stadt verliebt und wusste gleich, dass sechs Monate hier viel zu kurz sein würden…

Aus den sechs Monaten sind inzwischen zwölf Jahre geworden und ich habe das große Glück gehabt, hier auch meinen Mann Andrew kennenzulernen. Er kommt ursprünglich aus Pietermaritzburg in der Nähe Durbans, ist aber in Kapstadt aufgewachsen.

Als ich damals die Entscheidung getroffen hatte, hier in Kapstadt dauerhaft leben zu wollen, waren die Visabedingungen noch recht locker und innerhalb von zwei Jahren bekam ich meine Daueraufenthaltserlaubnis, mit der ich auch flexibel in Südafrika arbeiten durfte. Die Visabedingungen für Südafrika sind heute übrigens deutlich strenger geworden, aber wie man so schön sagt ‘Wo ein Wille ist….’ Ich habe nach meinem Praktikum dann in verschiedenen Tourismusbereichen gearbeitet, z.B. für das Swiss Airlines Call Centre und das Luxushotel Cape Grace an der Victoria & Alfred Waterfront. Nach einiger Zeit entschied ich mich dann, bei einem Reiseveranstalter anzufangen und das war genau das Richtige für mich. Man hat mit Kunden aus verschiedenen Ländern zu tun, lernt jeden Tag Neues über das Land und die Umgebung, hat die Gelegenheit das Land auch persönlich zu bereisen, perfekt!

Bei hiesigen Reiseveranstaltern habe ich einige Jahre gearbeitet und dort viel Erfahrung beim Zusammenstellen von Einzel- und Gruppenreisen sammeln können. Irgendwann in 2008 hatte das viel zu gute Essen in Kapstadt seine Spuren an unserer Figur hinterlassen, wodurch Andrew und ich uns entschieden haben, es einmal mit dem Laufen zu probieren. Damals waren wir komplett untrainiert und als Motivation wollten wir nach einigen Wochen unseren ersten 8 km-Lauf mitmachen – wir haben es auch tatsächlich ins Ziel geschafft.

Von nun an, wurde das Laufen auch von Mal zu Mal einfacher und wir hatten soviel Spaß, dass wir uns entschieden, einem Laufclub beizutreten. So wurde aus einem 10 km-Lauf ein paar Monate später ein 15 km-Event und irgendwann unser erster Halbmarathon. Heute ist derLaufsport ein fester Bestandteil in unserem Leben und so gut wie jedes Wochenende sind wir irgendwo in der Kapregion unterwegs zum Laufen. Momentan bereiten wir uns auf den Cape Town Marathon vor …

In der Zwischenzeit ist Andrew auch schon den 56 km-Two Oceans Ultra gelaufen und 2015 sogar seinen ersten Comrades Ultramarathon über 89 km.

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Die Idee, das Laufen mit dem Beruflichen zu verbinden, wurde irgendwann zu einem logischen Schritt für uns und ich habe mich 2014 mit unserer Firma Beyond the Finish selbständig gemacht. Wir haben uns auf das Zusammenstellen von Reisen in Südafrika und dem südlichen Afrika spezialisiert, wobei wir sowohl Urlaubsreisen für Nicht- Sportler arrangieren als auch Sportreisen für Besucher, die gerne Ihren Urlaub im südlichen Afrika mit einem Sportevent hier vor Ort kombinieren möchten.

Dabei bin ich die Kontaktperson, die mit den Kunden persönlich deren Vorstellungen bespricht, ich kümmere mich um die Organisation und Buchung aller Reisebestandteile und bin auch als Kontakt vor Ort immer für den Kunden erreichbar, wenn einmal ein Problem auftritt – was jedoch sehr selten passiert. Andrew kümmert sich um die komplette finanzielle Seite unserer Firma.

Vor allem Südafrika ist durch sein angenehmes Klima, gute Infrastruktur und ein riesiges Angebot an Sportevents ideal für Sportler, von Triathlon, Radsport und Mountainbiken, Laufen über Golfen, Surfen oder Paragliding – man hat hier alle Möglichkeiten. Als Firma hat uns die Spezialisierung auf Sportreisen vorallem die Möglichkeit gegeben, uns von der Menge an Konkurrenzfirmen abzusetzen. Wir bieten den Kunden persönliche Betreuung bei ihren Sport-Events von der Anmeldung bis zum Transfer zu den Veranstaltungen in Kombination mit z.B. einer Safari im Krüger Nationalpark oder im Okavango Delta, ein paar Tagen im Weinland oder an der Walküste, ganz individuell,was die Kunden wünschen und auf das Budget der Kunden zugeschnitten.

Mittlerweile haben wir einen Kundenstamm, der zum größen Teil aus persönlichen Weiterempfehlungen und Wiederholungskunden besteht. Außerdem hatten wir dieses Jahr die großartige Gelegenheit, als Ground Handler in Kapstadt ein holländisches Projekt zu unterstützen, eine Gruppe von internationalen Läufern, die hier eine Woche in Kapstadt verbracht und dann sehr erfolgreich am Two Oceans 56 km Ultramarathon im März teilgenommen haben. (SieheFoto)

Falls es Studierende oder Alumni der HIM einmal nach Südafrika und speziell nach Kapstadt zieht – zum Urlaub machen oder für ein Sport-Event- würde ich mich sehr über ein persönliches Treffen freuen. Und natürlich helfe ich auch gerne mit Tipps und Reisearrangements weiter.

Vielleicht ja schon bis bald in Südafrika?

Interview mit einer Tourismusmanagement-Absolventin

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Nicole Wiechert mit Laura Steller, Sabine Beck, Aline Kirchgäßner. zg.

Heidelberg, 25.11.16. Am 10. und 11. November 2016 fand die Tagung der Deutschen Gesellschaft für Tourismuswissenschaft e.V. (DGT) an der Hochschule Worms mit dem Thema ‚Hotellerie – Innovationen, Trends und Herausforderungen‘ statt. Nicola Schröter, Dozentin im Fachbereich Tourismusmanagement der HIM, und einige Tourismus-Studenten (Sabine Beck, Aline Kirchgäßner, Laura Steller) nahmen an der Tagung teil. Am 11. November trafen sie die HIM-Absolventin, Nicole Wiechert – die perfekte Gelegenheit für ein kurzes Interview:

Frau Schröter: Im Juli 2015 hast Du Deinen Bachelor-Abschluss im Tourismus an der HIM gemacht, was ist seitdem passiert?

Nicole: Ich bin sozusagen zweigleisig gefahren und habe mich einerseits auf verschiedene Stellen und andererseits auf das Masterprogramm ‚International Tourism Management‘ hier in Worms beworben. Leider kamen bei den Stellen nur Absagen, dafür hat es mit Worms geklappt! Das hätte ich nicht gedacht, da die Studienplätze stark begrenzt sind. Es gibt nur 25 Stück. Jetzt studiere ich in einer kleinen Gruppe von 14 Leuten, bin bereits in meinem dritten Mastersemester und nächstes Jahr ist alles schon wieder vorbei. Heute bin ich hier, da ich die studentische Hilfskraft für die DGT-Tagung bin.

Laura: Warum hast Du Dich für ein Master-Studium entschieden?

Nicole: Es war zunächst keine bewusste Entscheidung, mehr dass es einfach geklappt hat. Dann habe ich gedacht, eine höhere fachliche Qualifikation zu haben, kann nicht schaden. Meine Eltern haben mich auch unterstützt und gesagt „nimm mit, was Du kannst“. Und jetzt mache ich mein Masterstudium und habe es wirklich keine Minute bereut. Die Lehre ist wie an der HIM toll, aber anders.

Aline: Wie hat das Studium an der HIM Dich für Dein Masterprogramm vorbereitet? Welche damals erworbenen Fähigkeiten kannst Du heute gut anwenden und wie?

Nicole: Was wirklich super an der HIM ist, sind die vielen Präsentationen, die Ihr halten müsst – auch wenn manche es nicht so sehr mögen. Das ist ein Soft Skill, das Ihr überall braucht.
An der HIM hatte ich VWL und alles, was er uns beigebracht hat, bei Herrn Baldock auf Englisch. Alle diese Inhalte hatte ich im Masterprogramm in Worms auch… nur jetzt auf Deutsch. Das hat mich sehr überrascht.
Hilfreich ist auch die strukturierte Arbeitsweise, die man an der HIM durch diese wunderschönen Assessment Briefs mitkriegt. Glaubt mir, das ist das Beste. Lest sie Euch durch und dann wisst Ihr genau, was Ihr zu machen habt. Das ist so hilfreich und gibt’s nicht überall. Es hilft einem auch sich selbst zu organisieren.
Und natürlich nutze ich das Gelernte aus den Tourismus-Kursen (u.a. von Frau Schröter) und baue darauf auf. Ich mache ein konsekutives Masterprogramm. Das heißt, es baut auf‘s Bachelorprogramm auf und Fächer wie Controlling und Finanzmathe habe ich auch hier gehabt und das hat dann super funktioniert. Und das, was ich noch nicht hatte, habe ich als Vertiefung hier gemacht.

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Nicola Schröter mit Nicole Wiechert. zg.

Frau Schröter: Wir treffen uns heute im Rahmen der DGT-Tagung an der FH Worms. Du hast bei der Organisation dieser Veranstaltung mitgewirkt. Wie kam es dazu? Welche Aufgaben hattest Du?

Nicole: Wie kam es dazu? Tja, ich hatte Destinationsmanagement als Vertiefung im 1. Semester und dann hat mein Professor gemeint, nächstes Jahr findet die DGT-Tagung statt, wir brauchen eine studentische Hilfskraft, wer hat Lust? Dann habe ich meine Bewerbung einfach hingeschickt und eine Woche später war ich dabei.

Was habe ich gemacht? Ich habe viel Administratives gemacht, z.B. den Email-Account verwaltet, mit dem Ihr Euch angemeldet habt. Ich habe die Website gepflegt, d.h. das Grundgerüst, um die ganzen Daten erweitert, was cool war, da ich mit Typo3 gearbeitet und somit eine neue Fähigkeit erworben habe. Zudem habe ich alle Rechnungen ausgestellt.

Bei der tatsächlichen Ausführung der Tagung war ich für den ganzen Registrierungsprozess zuständig. Die Ausweise, die Ihr tragt, habe ich z.B. alle hergestellt und mit einem Punktesystem kategorisiert.

Zurzeit stehe ich den Gästen mit Rat und Tat zur Seite, kümmere mich um die Garderobe, fülle das Büfett auf und bei der Abendveranstaltung bin ich auch dabei. Also das Rundum-Paket: ein bisschen Event, ein bisschen Organisation, ein bisschen Finanzen. 🙂

Frau Schröter: Welche Herausforderungen gibt es bei der Organisation und Durchführung solcher Tagungen?

Nicole: Ihr müsst wissen, dass es im Öffentlichen Dienst ganz genaue Vorschriften gibt, wenn es um‘s Budget geht. Für alles ab 500 Euro muss man drei Angebote einholen und miteinander vergleichen. Idealerweise nimmt man das Günstigste, wenn man es nicht nehmen möchte, muss man das genau begründen. Dann muss man jede Person anschreiben, die an derTagung teilnimmt und natürlich auch diejenigen, die vortragen, um ihre Themen einzusammeln. Bei einigen Gästen galt es auch Sprachbarrieren zu überwinden. Zudem sind Tagungsteilnehmer sehr unterschiedlich und man muss auf diese verschiedenen Eigenschaften eingehen.

Nach der Veranstaltung habe ich die Aufgabe, alle Vortrags-Unterlagen durchzulesen und zu formatieren. Wie Ihr bestimmt selbst wisst, macht die Formatierung einen Heidenspaß und dauert meistens am längsten! Tipp: betrifft auch die Bachelorarbeit! 🙂

Sabine: Abschließend, welche Tipps würdest Du uns Studierenden aus Deiner Erfahrung heraus geben?

Nicole: Auf jeden Fall lest die Assessment Briefs! Die sind Eure besten Freunde, vor allem solltet Ihr die Aufgabenstellung genau lesen und den Anweisungen folgen. Generell, alle Veranstaltungen und Soft Skills Seminare, die es gibt – nehmt sie mit! Wenn Ihr es zeitlich schafft, macht auch einen Aushilfsjob. Zeit im Ausland ist zu empfehlen, z.B. im Rahmen eines Praktikums oder eines Auslandssemesters, aber auch einfach so. Alles was Euch weiterbringt – einpacken! Ihr könnt später ein Masterstudium machen oder erst arbeiten – das muss man nicht gleich entscheiden. Wichtig ist, seid Ihr selbst und nehmt alles mit, was Ihr könnt. Und lernt die Basics!

Ich wünsche Euch ganz viel Erfolg für Euer Studium. Ich finde, Ihr habt eine super Entscheidung getroffen mit der HIM und genießt die Zeit mit den netten Dozenten!

Interview mit Nicole Wiechert, HIM-Absolventin, von Nicola Schröter, Lecturer in Business English and Tourism Management, Hochschule für Internationales Management Heidelberg

Besuchen Sie uns am 09. November bei der Info-Veranstaltung an der HIM!

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Informationen rund ums Studium an der HIM bei der nächsten Info-Veranstaltung.

Heidelberg, 01. Oktober 2013. Die Hochschule für Internationales Management Heidelberg stellt am Samstag, 09. November 2013, im Rahmen einer Infoveranstaltung ihre Studiengänge vor.

Die Kombination von einem Management-Studiengang und einem intensivem Fremdsprachen-Studium bildet die perfekte Basis, um in der nationalen und internationalen Berufswelt eine verantwortungsvolle Position und anspruchsvolle Aufgaben übernehmen zu können.

Je nach Ihren Interessen haben Sie im Management-Studium an der HIM die Wahl zwischen verschiedenen Studienschwerpunkten wie: Tourismus, Eventmanagement, Marketing und Unternehmenskommunikation und Internationales Management.

Ganz neu bieten wir den Schwerpunkt verantwortungsbewusstes und nachhaltiges Management.

Was haben wir Ihnen noch zu bieten? Aufgrund der zweifachen Akkreditierung unserer Studiengänge erwerben Sie bei uns einen deutschen und einen britischen Bachelor-Abschluss – und das alles in der regulären Studienzeit von 6 Semestern.

Sie wollen mehr über unser einzigartiges Studienkonzept erfahren? Eine gute Gelegenheit bieten wir Ihnen im Rahmen unserer Informationsveranstaltung am

Samstag, 09.11.2013, um 10:30 Uhr.

Wir informieren Sie über:

• unser Studienkonzept mit dem einzigartigen Doppelabschluss,
• die verschiedenen praxisorientierten Studienschwerpunkte,
• das sprachliche Studium als Sprungbrett in eine internationale Karriere,
• Ihre beruflichen Zukunftsperspektiven nach dem Studium,
• das Leben in der Studentenstadt Heidelberg,
• unsere Partner in der Wirtschaft.

Machen Sie sich selbst ein Bild – treffen Sie mit Ihren Eltern oder Freunden unsere Studierenden und Dozenten.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Ihr Team der HIM

Weitere Infos: Hochschule für Internationales Management Heidelberg, Sickingenstraße 63-65, 69126 Heidelberg, Tel.: 06221 – 6442-0, Fax: 06221 – 6442-42, Email: info@himh.de, Homepage: https://www.himh.de.

Internationales Management studieren – Info-Veranstaltung am 23. Juni 2012

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Internationales Management studieren an der HIM.

Heidelberg, 12. Juni 2012. Die Hochschule für Internationales Management Heidelberg stellt am Samstag, 23. Juni 2012, im Rahmen einer Infoveranstaltung ihre Studiengänge vor.

„Jede neue Sprache ist wie ein offenes Fenster, das einen neuen Ausblick auf die Welt eröffnet und die Lebensauffassung weitet.“
Frank Harris (1856-1931), amerik. Schriftsteller

Die Kombination von einem Management-Studiengang und einem intensivem Fremdsprachen-Studium bildet die perfekte Basis, um in der nationalen und internationalen Berufswelt eine verantwortungsvolle Position und anspruchsvolle Aufgaben übernehmen zu können.

Je nach Ihren Interessen haben Sie im Management-Studium an der HIM die Wahl zwischen verschiedenen Studienschwerpunkten wie:
Tourismus, Eventmanagement, Marketing und Unternehmenskommunikation und Internationales Management. Corporate Responsibity Management.

Ganz neu bieten wir den Schwerpunkt verantwortungsbewusstes und nachhaltiges  Management.

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Besuchen Sie die HIM im Heidelberger Süden!

Was haben wir Ihnen noch zu bieten? Aufgrund der zweifachen Akkreditierung unserer Studiengänge erwerben Sie bei uns einen deutschen und einen britischen Bachelor-Abschluss – und das alles in der regulären Studienzeit von 6 Semestern.

Sie wollen mehr über unser einzigartiges Studienkonzept erfahren? Eine gute Gelegenheit bieten wir Ihnen im Rahmen unserer Informationsveranstaltung am

Samstag, 23.06.2012, um 10:30 Uhr.

Wir informieren Sie über:

• unser Studienkonzept mit dem einzigartigen Doppelabschluss,
• die verschiedenen praxisorientierten Studienschwerpunkte,
• das sprachliche Studium als Sprungbrett in eine internationale Karriere,
• Ihre beruflichen Zukunftsperspektiven nach dem Studium,
• das Leben in der Studentenstadt Heidelberg,
• unsere Partner in der Wirtschaft.

Machen Sie sich selbst ein Bild – treffen Sie mit Ihren Eltern oder Freunden unsere Studierenden und Dozenten.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Ihr Team der HIM

Weitere Infos: Hochschule für Internationales Management Heidelberg, Sickingenstraße 63-65, 69126 Heidelberg, Tel.: 06221 – 6442-0, Fax: 06221 – 6442-42, Email: info@himh.de, Homepage: https://www.himh.de.

Infoveranstaltung an der HIM am 21. April 2012

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Die Hochschule für Internationales Management Heidelberg stellt am Samstag, 21. April 2012, ab 10:30 Uhr im Rahmen einer Infoveranstaltung ihre Studiengänge vor.

Der Besuch soll sich für die Interessenten lohnen: Sie bekommen von Dozenten und Studenten in Vorträgen und Projektpräsentationen alle Informationen über die verschiedenen Studienrichtungen, die Abschlüsse und die beruflichen Chancen nach dem Studium.

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Das Studienprogramm der HIM zeichnet sich durch seine Internationalität und Praxisnähe aus. So absolvieren die Studierenden eine Praxisphase von 4 Monaten bei einem Unternehmen im Inland oder Ausland, können ein Studiensemester im Ausland verbringen und erwerben am Ende des Studiums einen international anerkannten britischen Hochschulabschluss. Insgesamt werden 5 Studienrichtungen angeboten: Tourismus, Eventmanagement, Marketing, Internationales Management und ganz neu der Studiengang Corporate Responsibity Management.

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Der nächste Termin für eine Info-Veranstaltung:
23. Juni 2012.

Weitere Infos: Hochschule für Internationales Management Heidelberg, Sickingenstraße 63-65, 69126 Heidelberg, Tel.: 06221 – 6442-0, Fax: 06221 – 6442-42, Email: info@himh.de, Homepage: https://www.himh.de.

 

Berufsinformation der Heidelberger Rotary Clubs – Schüler kommen an die HIB

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Rotary in
"Schüler treffen Experten" - Info-Veranstaltung an der HIB

Unter dem Motto „Schüler treffen Experten“ findet vom 22. November bis 8. Dezember 2011 eine praxisnahe Berufsinformation der Heidelberger Rotary Clubs statt.

Dabei handelt es sich nicht um eine Studieninformation im engeren Sinn. Ziel ist es Einblicke in die Arbeitswelt und in die Berufspraxis zu geben und dadurch bei der Wahl des Studienfaches und der Berufsfindung zu helfen.

Vom 24. November bis 8. Dezember 2011 sind Termine vor Ort vorgesehen.

Am Donnerstag, 8. Dezember 2011, 18 Uhr, findet an der Heidelberg International Business Academy ein Informationsabend zu Touristik und Eventmanagement statt.

Die Schülerinnen und Schüler erhalten Detailinformationen über Tourismus, einen der weltweit größten Wirtschaftszweige und erfahren, was der Studiengang Eventmanagement beinhaltet.

HIB-Absolvent Sebastian Mutschler – Tourismus in Paris und Orléans

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HIB-Absolvent Sebastian Mutschler arbeitet in Frankreich.

Sebastian Mutschler studierte an der HIB Tourismus und machte 2001 seinen Abschluss. Hier spricht er über seinen beruflichen Werdegang im Nachbarland Frankreich..

In Ihrem Studienjahrgang gab es bereits ein Pflichtpraktikum an der HIB. Wo haben Sie es durchgeführt und warum?
Für mein erstes Praktikum bin ich in meine Heimatstadt Osnabrück zurückgekehrt und habe dort ein Praktikum im Vier-Sterne-Hotel Remarque gemacht. Ich war damals generell sehr an der Hotellerie und dem Veranstaltungsmanagement interessiert. Das Hotel hat mir während meines Praktikums sehr interessante Aufgabengebieten in Bereichen Veranstaltungsbüro und Rezeption übertragen und somit konnte ich einen guten Einblick gewinnen und letzten Endes meine Entscheidung treffen, ob ich später in diesen Bereich arbeiten möchte oder nicht. Es war sozusagen eine Art Test.

Nach der HIB sind Sie zunächst nach Paris gegangen? Welche Gründe gab es dafür?
Ich besitze die deutsche und französische Staatsangehörigkeit und für mich stand schon während des Studiums fest später ins Ausland zu gehen, um Fremdsprachenkenntnisse zu gewinnen und den kulturellen Horizont zu erweitern. Es gab die Wahl zwischen England, Spanien oder Frankreich. Paris bot sich natürlich idealerweise für mich an, da ich die Sprache schon gut beherrschte und die Stadt relativ gut kannte. Ich habe hier sehr schnell einen interessanten Praktikumsplatz gefunden. Ich wurde dann direkt im Anschluss an das Praktikum übernommen und habe insgesamt fast zwei Jahre in Paris verbracht.

Ich fand es persönlich sehr wichtig, sofort nach dem Studium ins Ausland zu gehen. Man ist noch flexibel, ungebunden und offen für Neues. Mit den Jahren wird man dann meist immer „sesshafter“ und die Entscheidung alles aufzugeben und von neu zu starten wird dann immer schwieriger…

Was sollte man als Berufsanfänger in Frankreich unbedingt beachten? Gibt es so etwas wir kulturelle Fettnäpfchen oder Verhaltensunterschiede, die einem den Einstieg erschweren können? Wenn ja, welche?
Ich denke es ist generell im Ausland immer wichtig, sich vor Augen zu halten, dass man sich anpassen muss und nicht die anderen an einen selber.

Ich glaube in der französischen Arbeitswelt muss man insgesamt diplomatischer und flexibler vorgehen. Uns Deutschen wird hier oft unsere etwas zu direkte Art vorgeworfen. In Frankreich sind Umgangsformen und Auftreten sehr wichtig: Dinge mit den richtigen Worten zu sagen, Hierarchien zu respektieren, verstehen was „hinter den Kulissen“ passiert und warum. Es ist immer angebracht, sich zunächst etwas zurückzuhalten, zu beobachten und Fragen zu stellen, wenn man nicht sicher ist und um Interesse zu zeigen.

Franzosen lieben Kommunikation und Small Talk somit ist es wichtig sich kurz Zeit an der Kaffeemaschine oder am Fotokopierer zu nehmen um sich mit den Kollegen über außerberufliche Themen und private Dinge auszutauschen.

Morgens um acht Uhr ins Büro des Kollegen zu stürzen ohne ein „Bonjour ça va ?“ nur mit dem Satz „ich brauche die Präsentation in fünf Minuten“ ist nicht sehr angebracht und führt nicht unbedingt zum gewünschten Ergebnis.

Wie hat sich ihr berufliches Leben seit dem Studienende verändert/weiterentwickelt?
Es ging im Prinzip alles sehr schnell, vielleicht sogar zu schnell, und fließend ineinander über: Praktikum, erster Job, zweiter Job. Zum Glück war ich bis jetzt noch nie arbeitslos. Mit den Jahren werden einem natürlich immer mehr Verantwortung und Aufgabengebiete übertragen und Türen öffnen sich nach und nach. Dafür braucht man Durchhaltevermögen !

Wenn man Augen und Ohren offenhält und Einsatz zeigt, erhält man oft intern die Möglichkeit, sich beruflich weiterzuentwickeln oder Headhunter treten an einen heran. Es fällt nichts von alleine vom Himmel und es liegt an einem selbst ob man vorwärts kommt oder nicht, vor allem heute, wo der Arbeitsmarkt sehr angespannt ist.
PR in eigener Sache zu betreiben kann manchmal ganz hilfreich sein. Dabei helfen Online-Portale wie „Xing“ zum Beispiel.

Momentan leben und arbeiten Sie in Orléans? Wie kam es zum Wechsel von „der Großstadt aufs französische Land“?

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Unterwegs zu kulturellen Highlights.

Ganz ehrlich gesagt waren mir zwei Jahre in Paris genug. Am Ende lebt man nach dem bekannten „métro, boulot, dodo“ – Prinzip und alles ist aufwendig und kompliziert zu organisieren. Das Großstadtgewusel kombiniert mit dem beruflichen Dauerstress ist auf Dauer doch sehr anstrengend. (Ich komme ja ursprünglich aus Norddeutschland und dem „platten Land“ mit viel frischer Luft !)

Orléans war eigentlich ein reiner Zufall. Ich habe mich auf die Stelle beworben, die Stadt war dabei eher nebensächlich. Ich bin jetzt seit 2003 hier und fühle mich eigentlich rundum wohl. Wir sind das Tor der berühmten Schlösser der Loire. Hier gibt es Kultur, Natur, tolle Weine und interessante Menschen und das alles nur eine Stunde von Paris entfernt! Man muss dabei auch beachten, dass das Leben in einer Großstadt sehr teuer ist. Natürlich sind die Jobmöglichkeiten in Paris bei weitem zahlreicher und interessanter, aber wenn es um Lebensqualität geht, denke ich ist die Provinz interessanter und entspannter.

Können Sie sich noch an Ihre Fächer an der HIB erinnern? Welche, würden Sie heute sagen, waren die, von denen Sie letztendlich am meisten profitiert haben?
Jetzt nach zehn Jahren im Job muss ich sagen, dass im Prinzip alles irgendwann einmal, irgendwie wichtig ist. Je nach Umständen greift man immer mal wieder auf Gelerntes zurück und generell ist es gut über verschiedene Dinge, wenn auch nur oberflächlich, informiert zu sein. Ich mache zum Beispiel heute keine IATA Buchungen, arbeite aber mit Reisebüros zusammen. Es ist also gut zu wissen, wie ein Reisebüro ungefähr funktioniert.

Es geht gar nicht so sehr um Inhalte, sondern um Arbeitsmethoden, Organisation und Allgemeinwissen. Die zwei Jahre an der HIB mit dem doch sehr intensiven Programm und dem hohen Arbeitsaufkommen, haben mich für den Arbeitsmarkt und für zehn bis 12-stündige Arbeitstage fit gemacht. Ich glaube, wir haben wichtiges Werkzeug mit auf den Weg bekommen und gelernt, mit Stress fertig zu werden und sich anzupassen. Dabei waren natürlich gute Fremdsprachenkenntnisse wichtig, um in Ausland Fuss zu fassen.

Wenn sich ein Studierender für einen Berufseinstieg oder ein Praktikum in Frankreich interessiert: Welchen Ratschlag würden Sie ihm unbedingt auf den Weg mitgeben wollen?
Die Franzosen sprechen oft nur wenige oder schlecht Fremdsprachen. Deutsch wird kaum noch an den Schulen gelehrt, aber die deutsche Kundengruppe ist sehr wichtig für den Tourismus in Frankreich. Es gibt hier also sehr gute Jobchancen, wenn man im mündlichen und schriftlichen Französisch relativ gut zurechtkommt. Wenn man erst mal im Land lebt, verbessern sich die Sprachkenntnisse dann sehr schnell.

Dabei bietet Frankreich ganz unterschiedliche Regionen und touristische Angebote. Ich denke eine Station in Paris macht sich immer ganz gut im Lebenslauf. Von dort aus ergeben sich dann oft verschiedene Jobmöglichkeiten.

Welche persönlichen Voraussetzungen sollte man Ihrer Meinung nach mitbringen, um gut in Ihrer Branche einzusteigen?
Ganz grob umrissen:

  •   Flexibilität, Anpassungsvermögen, Offenheit für Neues
  •   Interesse an Menschen und Kommunikation
  •   Fremdsprachen
  •   Umgangsformen und soziale Kompetenz
  •    Zeit- und Stressmanagement und effiziente Arbeitsmethoden

Was möchten Sie gerne den heutigen HIB-Studierenden mit auf den Weg geben? Die Welt verändert sich wahnsinnig schnell und damit unsere Berufe und Aufgaben. Es ist wichtig, mit der Zeit zu gehen und am Ball zu bleiben.

Im Tourismus erleben wir zum Beispiel seit einigen Jahren eine Revolution durch die Anwendung neuer Technologien: facebook/twitter, blogger community, Androiden-Telefone und tracking…

Ich bin im Prinzip jedes Jahr auf verschiedenen Fortbildungen, um auf dem Laufenden zu bleiben. Es bringt nichts, an alten Mustern und Arbeitsmethoden festzuhalten. Wer stehenbleibt,bleibt auf der Strecke.

Der Tourismus ist wirtschaftlichen Schwankungen, politischen Krisen und Moden und Trends ausgesetzt. Über sich selbst nachzudenken und seine Arbeit zu reflektieren, Fehler einzusehen und zu korrigieren, andere Meinungen und Interessen zu integrieren, helfen vorwärts zu kommen und Entscheidungen zu treffen.

Es ist wichtig, für Ausgleich zwischen Job und Privatleben zu sorgen und sich Zeit für die schönen Dinge des Lebens zu nehmen. Es bringt nichts, eine tolle Position und viel Geld zu haben, wenn man vor lauter Arbeit keine Zeit hat, das Leben zu geniessen. Nur wer sein persönliches Gleichgewicht gefunden hat, kann auch ausgeglichen und effizient im Job sein.

Was möchten Sie heutigen Tourismusstudierenden mit auf den Weg geben?
Nicht „überstudieren“ und das „learning on the job“ zu bevorzugen. Es ist toll, wenn man Diplome erhält, die man stolz an die Wand hängen und im Lebenslauf auflisten kann. Was Chefs aber meist wichtiger ist, ist wie schnell sich jemand einarbeitet und neue Aufgaben und Probleme lösen und große Arbeitsmengen bewältigen kann. Das lernt man nicht im Studium, sondern bei der Arbeit und die Erfahrung hilft einem Stück für Stück weiter!

Das Interview führte Redaktionsmitglied Annette Höhne.